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Gemeinsam daheim vor dem Tod: Das letzte Geschenk

Der letzte Wunsch vieler ist es, in der gewohnten Umgebung sterben zu können. Das Mobile Hospiz- und Palliativteam unterstützt Patienten und Angehörige dabei.

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Es liegt auch in ihren Händen, dass ein Abschied gut gelingt: Andrea Webhofer und Christoph Gabl von der Hospizgemeinschaft.
© MS

Viele Angehörige wisse­n nicht, was auf sie zukommt, wenn sie ein betagtes oder schwer erkranktes Familienmitglied zu Hause pflegen. Wie können Sie den Wunsch, in der gewohnten Umgebung bleiben zu können, erfüllen?

Christoph Gabl (ärztlicher Leiter des Mobilen Hospiz- und Palliativteams der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft): Internationalen Daten zufolge haben mehr als drei Viertel der Menschen diesen Wunsch, in etwa der Hälfte der Fälle kommt es aber nicht dazu – sie sterben im Krankenhaus. Wir versuchen, die erkrankten Menschen und ihre Angehörigen daheim zu unterstützen. Es bedeutet für sie sehr viel, wenn das auch gelingt, da bekommen wir viele positive Rückmeldungen. Sie sind uns, vor allem aber sich selbst dankbar. Sie haben etwas geschafft, das vorher vielleicht undenkbar für sie war.

Andrea Webhofer (pflegerische Leiterin des Mobilen Hospiz-Teams): Unser interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Pflegern, Sozialarbeitern und Seelsorgern, erfasst in einem Gespräch die Ist-Situation, erhebt den Bedarf und klärt ab, welche Unterstützung gebraucht wird und wie oft ein Kontakt nötig ist. Dazu gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem vertrauten Hausarzt und der Hauskrankenpflege. Das alles soll Patienten und ihren Angehörigen die nötige Sicher­heit geben.

Scheuen manche davor zurück, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen? Ist die Beschäftigung mit dem bevorstehenden Tod immer noch ein Tabu und wird verdrängt?


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