Schlägereien, Gewalt, Eierwürfe: Mehrere Einsätze in Halloween-Nacht

In einigen Städten gab es in der Halloween-Nacht Saures statt Süßem. Polizisten in Niederösterreich, Salzburg, Vorarlberg und Oberösterreich waren besonders gefordert. Auch in Tirol gab es Zwischenfälle.

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Nicht überall verlief die Halloween-Nacht friedlich.
© Jeffrey Arguedas via www.imago-images.de

Linz, Bregenz, St. Pölten, Salzburg – Die Halloween-Feierlichkeiten haben in Teilen Österreichs die Polizei auf den Plan gerufen. In mehreren Städten hatten die Beamten in der Nacht auf Montag vermehrt zu tun. Ärger und Unverständnis gab es nach der Nacht etwa in Reutte, als eine 74-Jährige in der Südtirolersiedlung am Abend mehrfach lautes Knallen an ihrer Fensterscheibe vernahm. Beim Nachsehen entdeckte die Pensionistin rohe Eier an Scheiben und Hausfassaden kleben.

Wer die Verursacher waren, konnte die Frau nicht erkennen, da diese bereits die Flucht ergriffen hatten. Alleine war die Tirolerin übrigens nicht, auch aus anderen Orten wurden ähnliche Vandalakte gemeldet.

In Reutte wurde die Hausfassade eines Wohnhauses mit Eiern verunstaltet.
© ZOOM.TIROL

In einem ersten Fazit zog die niederösterreichische Polizei eine "vorsichtig positive" Zwischenbilanz. Die Lage im Bundesland sei "relativ ruhig" gewesen, sagte Chefinspektor Johann Baumschlager zur APA. Als Hotspot galt Wiener Neustadt, wo vor allem im Bereich von Innenstadtlokalen Körperverletzungen, Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz sowie Lärmerregung durch Böllerwürfe registriert wurden.

Mehrere Menschen mussten Baumschlager zufolge nach Auseinandersetzungen in der Statutarstadt ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Person habe eine Softgun bei sich gehabt und sei "beamtshandelt worden".

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Pyrotechnik der Kategorien F2, F3 und F4 hatte eine Gruppe von Acht- bis Zwölfjährigen in Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) im Gepäck, wobei für die beiden letztgenannten Kategorien eine Altersbeschränkung ab 18 Jahren gilt. Gezündet wurden von den Kindern Schweizerkracher, "was im Ortsgebiet generell verboten ist", wie Baumschlager unterstrich. 132 pyrotechnische Gegenstände wurden sichergestellt.

Hausfassade mit Eiern beworfen

"Süßes oder Saures" ging offenbar im St. Pöltner Stadtteil Spratzern schief: Hier wurde eine Hausfassade mit Eiern beworfen. Eine Rauferei wurde außerdem in Bruck a. d. Leitha registriert.

Nicht unberührt blieb die Halloween-Nacht auch in diesem Jahr von Covid-19. Eine Party in der Wiener Neustädter Arena Nova war von einer Person besucht worden, die Baumschlager zufolge letztlich positiv auf Corona getestet wurde. Vorgewiesen worden war in dem Fall zunächst allerdings ein negativer Test.

Auch Eierwürfe wurden gemeldet, mancherorts wurde die Polizei selbst zum Ziel.
© Andre Lenthe Fotografie via www.imago-images.de

Maskierter "Super Mario" attackierte 53-Jährigen in Linz

Ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Ried ist am Sonntag um 20.40 Uhr im Linzer Ausgehviertel Altstadt von mehreren Jugendlichen angepöbelt, attackiert und zu Boden gestoßen worden. Dann soll ihm ein als "Super Mario" verkleideter Täter noch einen Fußstoß ins Gesicht versetzt haben, berichtete die Polizei Oberösterreich. Der Mann, der stark aus der Nase blutete, wurde nach der Erstversorgung ins Kepler Universitätsklinikum Linz eingeliefert. Die Täter flüchteten.

Halloween-Feiern eskalierten in Salzburg und Wals

Zu mehreren Schlägereien ist es in der Nacht auf Montag in der Stadt Salzburg sowie in Wals (Bezirk Salzburg-Umgebung) gekommen. Wie die Polizei berichtete, wurde ein Mann in Salzburg von vier Unbekannten mit Faustschlägen und Fußtritten verletzt und in Wals mussten die Beamten gleich zu mehreren Einsätzen in und vor Lokalen ausrücken.

In Salzburg liefen einige Halloween-Feiern aus dem Ruder.
© APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Gegen 23 Uhr am Halloween-Abend wurde ein 26-jähriger Kroate von vier Tätern in der Schwarzstraße in Salzburg attackiert. Die Unbekannten versetzten dem Mann aus unklarer Ursache Faustschläge und Fußtritte und flüchteten daraufhin. Der 26-Jährige wurde ins Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert.

Kurz vor Mitternacht lieferten sich zwei Gruppen von etwa zehn Personen eine Schlägerei vor einem Lokal in Wals. In weiterer Folge verlagerte sich die Rauferei in eine angrenzende Tiefgarage, wo sie von der Polizei beendet wurde. Die involvierten Österreicher, Türken und Nordmazedonier zwischen 18 und 26 Jahren wurden verletzt in das Uniklinikum Salzburg sowie das Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert.

Kufsteiner in Wals durch Faustschlag verletzt

Gegen drei Uhr schlug ein alkoholisierter 37-jähriger Anifer in einem Lokal einer 20-Jährigen aus Bergheim aus unbekannten Grund mit der Faust ins Gesicht. Der Mann konnte flüchten, wurde aber kurz darauf von der Polizei angehalten und angezeigt.

Ebenfalls durch einen Faustschlag verletzt wurde ein 17-jähriger aus Kufstein gegen 4 Uhr ebenfalls in Wals. Ein Brüderpaar aus Mattighofen (26 und 30 Jahre) verletzte den jungen Mann, konnte dann zuerst flüchten, wurde jedoch ebenfalls von der Polizei nach kurzer Fahndung gestoppt und angezeigt. Die beiden Männer sind nicht geständig, einer der beiden hatte über ein Promille Alkohol im Blut.

Auch in Vorarlberg musste die Polizei bei diversen Halloween-Veranstaltungen anrücken.
© Michal Fludra via www.imago-images.de

Einige Einsätze für Vorarlberger Polizei in Halloween-Nacht

Die Vorarlberger Polizei absolvierte in der Halloween-Nacht zwar einige Einsätze, sprach aber grundsätzlich von einer "friedlichen Nacht". Das Geschehen habe dem langjährigen Durchschnitt entsprochen, hieß es. Zu verzeichnen gab es etwa mit Eiern beworfene Hauswände und Fahrzeuge, Auseinandersetzungen in zwei Nachtclubs sowie in Feldkirch eine laufende Motorsäge ohne Kette – die allerdings nur für ein Foto verwendet werden sollte, wie Jugendliche beteuerten.

Die Heranwachsenden mit der Motorsäge waren auch mit Laserpointern ausgerüstet. Sie hätten lediglich Bilder für Soziale Medien anfertigen wollen, sagten sie gegenüber der Polizei. In Lauterach (Bezirk Bregenz) setzten als Halloween-Geister verkleidete Jugendliche einen Mülleimer in Brand. (TT.com/APA)


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