Rax-Waldbrand: Niederschlag brachte Entspannung und neue Gefahren

Regen und Schnee kamen den Feuerwehrleuten in der Nacht auf Dienstag zur Hilfe. Jedoch gebe es weiterhin Glutnester und offene Feuerstellen. Die glitschigen Steige werden nun für die Helfer zur Gefahr. Der Einsatz werde mindestens bis zum Wochenende andauern.

  • Artikel
  • Diskussion
Die beiden am Samstag aus Italien entsandten Canadair-Maschinen des Typs CL-415 werden nun nicht mehr benötigt.
© GEORG HOCHMUTH

Reichenau, Rax – Der Einsatz bei dem Waldbrand in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) wird mindestens bis zum Wochenende dauern. Darauf haben am Dienstagvormittag LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner verwiesen. Etwa 300 Helfer und neun Hubschrauber, auch jene aus Deutschland, waren laut dem Landesvize aufgeboten.

Pernkopf wies auch darauf hin, dass bisher 180.000 Mannstunden geleistet worden seien. Und das zum größten Teil freiwillig, fügte er hinzu. Nicht mehr im Einsatz waren die beiden am Samstag aus Italien entsandten Canadair-Maschinen des Typs CL-415. Die Helfer würden von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verabschiedet, sagte Pernkopf.

Fahrafellner verwies darauf, dass das Bundesheer Erkundungsflüge mit Wärmebildkameras durchführe, um Glutnester genau zu lokalisieren. Die entsprechenden Koordinaten würden „für ganz gezielte Abwürfe“ in die Cockpits der Löschhubschrauber gespielt. 1,3 bis 1,5 Millionen Liter Wasser würden pro Tag geflogen. An Ort und Stelle waren auch wieder zwei Katastrophenhilfszüge der Feuerwehr aufgeboten.

Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber hatte zuvor berichtet, dass Regen für Entspannung gesorgt habe. Niederschläge, in höheren Lagen auch in Form von Schnee, hätten am Montag in den Abendstunden eingesetzt, bis Dienstagfrüh jedoch wieder aufgehört.

Glitschige Steige als Gefahr für Einsatzkräfte

Der Kommandant verwies auch darauf, dass durch den Regen etwa Steige glitschig geworden seien. Das sei „eine große Gefahr für die Einsatzkräfte“. Die Helfer würden im Gelände weiterhin von Bergrettern gesichert.

Der Waldbrand war am Montag vergangener Woche ausgebrochen. Das Feuer breitete sich extrem rasch aus – innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar. Die Ursache ist weiter unklar, Ermittler gehen von einer „fremden Zündquelle“ aus. Festgestellt wurde laut Polizeisprecher Johann Baumschlager u.a. mittels Video-Aufzeichnungen der Rax-Seilbahn, dass die Flammen an einer Stelle entstanden sind, an der in der Vergangenheit immer wieder Lagerfeuer gemacht worden waren. (APA)


Kommentieren


Schlagworte