Schotte zu Gast in Jenbach: Die Jugend baut Barrieren ab

Ein junger Schotte hilft im Jenbacher Jugendzentrum bei der täglichen Arbeit mit.

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Jenbach – Mit viel guter Laune flitzt der Schotte Stuart durch die Jenbacher Straßen. Er ist unterwegs ins Jugendzentrum Point. Denn dort hilft er über ein freiwilliges Austauschprogramm die nächsten Monate mit und greift den Jugendlichen in allen möglichen Lebenslagen unter die Arme.

Die Freude über das Projekt ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Immerhin hat er sich gegen über 1000 Bewerber für den Standort Jenbach durchgesetzt. „Die Auswahl ist uns nicht ganz leicht gefallen, wir haben viele Online-Interviews geführt und uns schlussendlich für Stuart aus Großbritannien entschieden“, erzählt Katalin Jasz, Leiterin des Jugendzentrums Jenbach. Seit Anfang Oktober unterstützt Stuart das Team. „Er ist hauptsächlich in der schulischen Nachmittagsbetreuung und im Jugendzentrum tätig“, sagt Jasz. Gerade im Schulfach Englisch ist er den Kindern eine große Hilfe. Aber auch als männlicher Ansprechpartner übernimmt er einen wichtigen Part in der Jugendarbeit. „Er kommt bei allen wirklich sehr gut an. Er ist so offen, kommunikativ, verlässlich und bringt sich auch im Team super ein“, sagt Jasz im TT-Gespräch.

Aber auch das Dorfgeschehen, die Kultur und die Gegend faszinieren den 24-Jährigen. Zudem nimmt er laut Jasz den Jugendlichen auch die Scheu davor, Englisch zu sprechen. „Da gibt’s keine Barrieren, sie lachen viel zusammen, lernen voneinander und tauschen sich ganz ungezwungen aus“, sagt sie. Vor allem zeige er Jugendlichen, dass ein Migrationshintergrund nichts Schlechtes ist, er lebt ihnen Kulturvielfalt vor und lässt einen Migrationshintergrund zum Mehrwert werden. „Er leistet wirklich wertvolle Arbeit und ist eine Bereicherung für uns alle“, meint Jasz.

Die Organisation von An- und Abreise bis hin zu Sprachkursen übernimmt die Plattform Offene Jugendarbeit Tirol (POJAT). Damit der Schotte überhaupt nach Jenbach kommen durfte, musste sich das Jugendzentrum aber noch das Qualitätssiegel des Europäischen Solidaritätskorps erarbeiten. Das war laut Jasz ein sehr langer und aufwändiger Prozess. Dabei wurden die Strukturen und fachliche Kompetenz der Einrichtung unter die Lupe genommen. Der Aufwand hat sich gelohnt und das Qualitätssiegel ist bis 2027 gültig. Somit können in den nächsten Jahren weitere europäische Freiwillige nach Jenbach eingeladen werden. (emf, TT)

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