Neues Theaterstück: Schwazer „Tschiggin“-Story begeistert Mitterer

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Felix Mitterer sammelt derzeit alles Wissenswerte über die Schwazer Tabak­fabrik, um darüber ein Theaterstück zu schreiben.
© Dähling

Schwaz – Nachdem Felix Mitterer zuletzt die Zeit des Silberabbaus in Schwaz in ein Theaterstück gepackt hat, hat ihn nun ein weiterer zeitgeschichtlicher Meilenstein der Bezirkshauptstadt in den Bann gezogen: die Schwazer Tabakfabrik. Ab 1830 war sie 175 Jahre lang ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der einstigen Silberstadt, die 1809 in Schutt und Asche gelegt wurde: 440 Häuser brannten ab.

Gemeinsam mit Regisseur Markus Plattner hatte Felix Mitterer unlängst die Präsentation des Buches „Tiroler Zigarren für die Welt“ von Maria Heidegger und Marina Hilber besucht. „Da sprang sozusagen der Funke über“, sagt Felix Mitterer schmunzelnd. Einige ehemalige Fabriksarbeiterinnen waren ebenfalls dort. Was sie zu erzählen hatten, faszinierte den Autor derart, dass er beschloss: „Das muss auf die Bühne, es ist so ein wichtiges Thema.“

Während es in seinem Stück „Silberberg“ um die männerdominierte Knappenwelt geht, standen in der „Tschiggin“, wie die Schwazer ihre Fabrik liebevoll nannten, die Frauen ihren Mann. „Sie waren es, die mit ihrer Arbeit die Familie ernährt haben. Und sie wussten, dass man sie braucht in der Fabrik. Das ließ sie sehr selbstbewusst auftreten: Sie setzten durch, was sie wollten“, sagt Mitterer. Einmal hätten die Frauen dem Fabrikdirektor sogar die Kleider vom Leib gerissen, weil der den Arbeiterinnen unterstellt hatte, Tabak unter der Hand weiterverkauft zu haben.

Derzeit ist Mitterer dabei, sämtliche Anekdoten rund um die Fabrik zu sammeln. „Es wird ein wildes, rauchiges Stück“, ist Markus Plattner überzeugt. Dass da auf der Bühne geraucht werde, sei unumgänglich, sind sich Mitterer und Plattner (beide selbst Raucher) einig. Wenn alles wie geplant läuft, soll das Stück 2024 in Schwaz uraufgeführt werden – Wunsch-Aufführungsort wäre direkt gegenüber vom ehemaligen Fabrikareal, auf dem jetzt das Einkaufszentrum „Stadtgalerien“ steht: nämlich bei der alten Enzenberg-Waschküche für die es seitens der Stadt kulturelle Revitalisierungsideen gibt. (ad)


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