Biometrische Daten sollen im Kampf gegen Geldwäsche eingesetzt werden

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Die FMA ermöglicht in Zukunft rein biometrische Verfahren zur geldwäscherechtlichen Kundenidentifikation.
© Dermalog

Wien – In der EU werden jedes Jahr 160 Mrd. Euro aus illegalen Geschäften weißgewaschen. Naturgemäß sind daher im Kampf gegen Geldwäsche die Regularien, denen Finanzdienstleister unterworfen sind, sehr aufwändig. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, dass vor Aufnahme jeder Geschäftsbeziehung die Identität des Kunden festgestellt, geprüft, dokumentiert und laufend aktualisiert werde, so die Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA). Hier schafft die FMA nun mit einer Novelle der so genannten Online-Identifikationsverordnung eine Vereinfachung. Künftig ist es möglich, rein biometrische Verfahren wie Fingerprint, Iris- und Gesichtserkennung für die Identifikation von Neukunden von Finanzdienstleistern anzuwenden.

Im Zuge des digitalen Wandels würde der Einsatz biometrischer Identifikationsverfahren immer mehr an Bedeutung gewinnen, so die FMA. „Diese Lösungen zur Kundenidentifikation verwenden auf Künstlicher Intelligenz basierende elektronische Videosysteme, die heute bereits eine derartige Systemsicherheit aufweisen, dass sie einer persönlichen physischen Identifikation gleichzustellen sind,“ so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl.

Bei diesen Verfahren erfolgt die Identifizierung eines Kunden grundsätzlich allein digital, ohne dass ein Mitarbeiter des Finanzdienstleisters im persönlichen Kontakt eingebunden ist. Voraussetzung sei, dass der Kunde zustimmt, das Verfahren dem Stand der Technik entspricht und eine gleichwertige Sicherheit wie bei der Identifikation durch Mitarbeiter garantiert. Zudem muss mittels Video überprüft werden, dass die Person auch physisch am Endgerät an der Identifikation teilnimmt. Überdies muss der Lichtbildausweis ab 1. Jänner 2023 auch durch Auslesen des elektronischen Sicherheitschips (NFC-Chip) überprüft werden. (TT)


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