Entgeltliche Einschaltung
Plus

Innsbrucker Bergretter bargen entkräftetes Kletter-Trio

Die Bergretter bei der Bergung der Münchner. Der Blick auf das nächtliche Innsbruck entschädigte etwas für die Mühen.
© Bergrettung Innsbruck

Innsbruck – Sie waren nach acht Stunden im Hochgebirge entkräftet, zermürbt vom kalten Wind. Und die durch die Zeitumstellung früher einsetzende Dunkelheit war für die drei Münchner offenbar auch eine Überraschung. So kam es, dass bei der Innsbrucker Bergrettung am Sonntag gegen 18.30 Uhr ein Notruf einging. „Eine junge Frau und zwei Männer wollten über den Klettersteig auf den Kemacher, mussten aber abbrechen“, schildert Bruno Berloffa, Leiter der Bergrettung Innsbruck, die Ausgangssituation: „Sie wollten dann im gefährlichen freien Gelände in Richtung Innsbruck absteigen, kamen aber nicht mehr weiter und haben den Notruf abgesetzt.“

Für zehn Bergretter der Auftakt zu einem aufwändigen Einsatz. „Der Betriebsleiter hat uns eigens die Nordkettenbahn eingeschaltet, damit wir schneller rauf kommen“, bedankt sich Berloffa. So dauerte es nur zwei Stunden, bis die Einsatzkräfte die unterkühlten, aber unverletzten Münchner aufspürten. „Die Frau war so entkräftet, dass sie ohne Hilfe nicht mehr ins Tal gekommen wäre.“

Am Rückweg machten Retter und Gerettete zum Aufwärmen einen Zwischenstopp in einer Biwakhütte. „Ein Paar, das dort übernachtete, hat uns mit einer Suppe und Pesto-Nudeln versorgt“, schmunzelt Berloffa. Dann ging’s satt und aufgewärmt zur Seegrube, wo bereits ein Kamerad mit dem Einsatzfahrzeug wartete. Auf vier Rädern wurde der Weg ins Tal fortgesetzt. In Innsbruck entließen die Bergretter gegen ein Uhr die Geretteten, ein Besuch in der Klinik war nicht nötig. „Die Münchner waren aber sehr nett und dankbar“, meint Berloffa, für den Einsätze nach der Zeitumstellung nichts Neues sind: „Das haben wir fast jedes Jahr Ende Oktober.“ (tom)

Verwandte Themen

Entgeltliche Einschaltung