Dasselbe in Grün: Meta-Logo zwingt deutsche Firma zum Rebranding

Vergangene Woche wurden der neue Name und das neue Logo der Facebook-Dachgesellschaft „Meta“ präsentiert. Ein Berliner Start-up wird dadurch quasi zum Design-Rebranding gezwungen. Auch andere Firmen sind betroffen.

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Das Logo des neuen Facebook-Dachkonzerns „Meta“ wurde nicht überall mit Begeisterung aufgenommen.
© KIRILL KUDRYAVTSEV

Innsbruck – Vor nicht einmal einer Woche hat Facebook verkündet, sich selbst bzw. seiner Dachmarke einen neuen Namen zu verpassen. „Meta“ heißt nun der Konzern, der über dem sozialen Netzwerk Facebook, der Foto-App Instagram und dem Nachrichtendienst WhatsApp steht. Bei „Meta“ soll der Fokus auf eine neue digitale Welt – das „Metaverse“ – gelegt werden, die physische und virtuelle Elemente vereint.

Auch ein neues Konzern-Logo wurde präsentiert: Ein M in Kombination mit einem Unendlichkeitszeichen. Unendlich ist deswegen nun auch der Frust bei der deutschen Firma M-Sense. Das Berliner Start-up, das eine App für Migräne-Patienten anbietet, verwendet nämlich schon seit Jahren ein Logo, das dem „Meta“-Emblem verblüffend ähnlich sieht. Bis auf die Farbe (das M-Sense-Logo ist grün) gibt es zwischen den beiden Logos kaum einen Unterschied.

Der Gründer des Berliner Unternehmens, Markus Dahlem, zeigte sich im Gespräch mit dem Portal Gründerszene jedenfalls entsetzt: „Mir war sofort klar, dass damit unser gesamter Markenauftritt praktisch im Eimer ist“. Juristische Schritte wären aber nach Meinung von David Geßner, einem Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, aussichtslos. Die Logos seien zwar ähnlich, aber wohl nicht ähnlich genug für eine Markenrechtsklage. Zudem hat Dahlem das M-Sense-Design nicht schützen lassen, weswegen nun nur der Weg eines Rebrandings bleibt – auf eigene Kosten, versteht sich.

Bis dahin übt sich M-Sense in Schadensbegrenzung – Seitenhieb inklusive. In sozialen Medien machte die Firma einerseits auf die Ähnlichkeit der Logos aufmerksam und betonte andererseits die Unterschiede zu „Meta“, was den Datenschutz betrifft. Bei M-Sense werde dieser nämlich wichtig genommen, immerhin gehe es um medizinische Daten der User und man wolle nicht, dass Nutzer die Skandale rund um Facebook/„Meta“ irgendwie mit M-Sense in Verbindung bringen. Auf Twitter erhielt der entsprechende Eintrag bereits mehr als 52.000 Likes und wurde beinahe 11.500 Mal geteilt. Auf LinkedIn kamen mehr als 255.000 Reaktionen zusammen (Stand: Mittwochvormittag).

Auch andere Firmen betroffen

Das deutsche Start-up M-Sense ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das nun wegen einer Logo-Ähnlichkeit ein Problem hat. Auch das Logo des texanischen Technologieunternehmens Möbius Partners besteht aus einem M in Kombination mit einem Unendlichkeitszeichen – in Grün.

Besonders gravierend ist jedoch die Ähnlichkeit zum Logo des kolumbianischen Software-Anbieters Masiv. Dessen Logo ist Blau, hat eine fast idente Form und selbst die Schriftart sieht fast gleich aus wie jene des „Meta“-Designs.

Auch in der Tiroler Logo-Landschaft finden sich durchaus Kandidaten mit Ähnlichkeits-Potenzial. Die Stadtgemeinde Wörgl etwa hat ein Markenzeichen, das durchaus an das „Meta“-Emblem erinnert.

US-Unternehmen will 20 Mio. Dollar von Meta

Noch größere Probleme als eine Logo-Ähnlichkeit hat eine im November 2020 gegründete Computerfirma aus dem US-Bundesstaat Arizona: Das Unternehmen „Meta PC“ hat denselben Namen wie die neue Facebook-Dachmarke. Allerdings könnte das tatsächlich rechtliche Konsequenzen für das Zuckerberg-Imperium haben. „Meta PC“ hat laut einem Bericht des Guardian die Markenrechte für den Namen Meta bereits im August 2021 beim US-Patentamt beantragt – Facebook stellte den Antrag erst am 28. Oktober. Entschieden hat das Patentamt bisher noch nicht.

Der Gründer von „Meta PC“ zeigt sich aber angeblich verhandlungsbereit. Wie das Portal TMZ berichtet, will das (kleinere) Unternehmen auf den Namen verzichten, wenn Mark Zuckerberg mindestens 20 Millionen Dollar überweist. Im Business Insider wollte er das nicht bestätigen. Mit Humor nimmt Meta-PC-Gründer Zack Schutt allerdings. Auf Twitter veröffentlichte er ein Video, in dem er die Umbenennung von „Meta-PC“ in „Facebook“ ankündigt. (TT.com/reh)


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