„Mein Vater ist nicht schlau genug": Britney Spears erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre Mutter

Inzwischen weiß die ganze Welt, wie sehr Britney Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters gelitten hat. Welche Rolle ihre Mutter in all den Jahren spielte, darüber ist dagegen nur wenig bekannt. Doch jetzt soll sich das ändern. Die Sängerin geht mit ihrer Mutter scharf ins Gericht. Diese fordert indes von ihrer Tochter die Erstattung ihrer eigenen Anwaltskosten.

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Britney Spears.
© imago stock&people

Los Angeles – „Ich will immer noch Gerechtigkeit." Mit diesen Worten richtete sich Sängerin Britney Spears Ende Oktober 2021 nicht nur an ihre knapp 35 Millionen Follower bei Instagram. Es war auch eine direkte „Nachricht an meine Familie... die mich tiefer verletzt hat, als ihr jemals wissen könnt." Die neuesten Entwicklungen im Vormundschaftsprozess legen nahe, was Spears mit diesen Sätzen gemeint haben könnte. Denn neben Vater Jamie Spears, seit jeher Streitfigur der „Free Britney"-Bewegung, erhebt die Sängerin nun auch explizite Vorwürfe gegen ihre Mutter Lynne.

In Sachen Vormundschaft machte Britney Spears zuletzt riesige Fortschritte vor Gericht. 13 Jahre lang lenkte Vater Jamie Spears ihre Geschicke und, so der Vorwurf, ihr gesamtes Leben. Doch inzwischen ist er von einer Richterin in Los Angeles als Vormund der Sängerin abgesetzt worden. Mehr noch: Am 12. November 2021 wird entschieden, ob Britney Spears endgültig von einer Vormundschaft befreit wird.

„Ihr wisst genau, was ihr getan habt"

Nur selten kam in den vergangenen 13 Jahren auch der Name von Britney Spears' Mutter Lynne auf. Ein Umstand, der dem Popstar offenbar schwer zusetzt. In einem weiteren Instagram-Post, der inzwischen nicht mehr auf ihrer Seite zu finden ist, ging Spears hart mit ihrer Mutter ins Gericht.

Page Six, die Klatschseite der New York Post, veröffentlichte einen Screenshot des gelöschten Beitrags, darin heißt es etwa in Richtung ihrer Mutter: „Danke, dass du aus meinem Leben verschwindest und mir endlich ermöglichst, mein eigenes zu leben." Und weiter: „Mein Vater mag die Vormundschaft vor 13 Jahren angefangen haben. Aber was die Menschen nicht wissen, ist, dass meine Mutter diejenige war, die ihn auf die Idee gebracht hat." Demnach schrieb Spears auch: „Mein Vater ist nicht schlau genug, um jemals an eine Vormundschaft zu denken." Die Jahre unter der Vormundschaft ihres Vaters Jamie werde sie „nie wieder zurückbekommen", so die Popsängerin. Ihre Mutter habe heimlich ihr Leben ruiniert, lege aber eine „Ich habe keine Ahnung, was los ist-Haltung" an den Tag. Spears postete dazu mehrere Mittelfinger-Emojis. Dass ihre Mutter und sonstige Familienmitglieder keine Ahnung davon hatten, was all die Jahre vor sich ging, kauft Britney Spears niemandem mehr ab – „ihr wisst genau, was ihr getan habt."

Anwaltskosten: Anhörung Anfang Dezember

Indes hat Lynne Spears Medienberichten zufolge eine Zahlung von rund 650.000 US-Dollar (etwa 562.000 Euro) aus dem Vermögen der Sängerin für ihre eigenen Anwaltskosten beantragt. Das berichteten am Mittwoch (Ortszeit) mehrere US-Medien übereinstimmend mit Bezug auf Gerichtsdokumente, die demnach am Montag in Los Angeles eingereicht wurden.

Lynne Spears habe 2019 Anwälte engagiert, die Britney bei der „Befreiung" aus der Vormundschaft helfen sollten, hieß es demnach in dem Dokument. Das Bemühen ihrer Mutter und deren Anwälte habe Britneys Lebensqualität in der Vormundschaft verbessert. Auch das Engagement des Anwalts Mathew Rosengart sei nur durch den Einsatz von Lynne Spears' Team möglich gewesen, hieß es. Rosengart hatte den Fall im Juli übernommen.

Wie das US-Magazin People berichtete, sollen Lynne Spears' Anwaltskosten Thema bei einer gerichtlichen Anhörung am 8. Dezember sein. Zuvor geht es bei einer Anhörung im November um das geplante Ende der Vormundschaft.

Jamie Spears als Vormund abgesetzt

Ende September hatte ein US-Gericht entschieden, dass Jamie Spears nach 13 Jahren als Vormund von Britney Spears abgesetzt wird. Dies sei „im besten Interesse" der Sängerin, sagte Richterin Brenda Penny. Damit kam sie einem Antrag von Britney Spears Anwälten nach. Buchhalter John Zabel wurde vorübergehend als Vormund für die Finanzen eingesetzt. (APA/dpa, TT.com)


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