Rapid kassierte mit 1:3 in Zagreb Europa-League-Rückschlag

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© Luka Stanzl/PIXSELL via www.imago-images.de

Zagreb – Rapid hat im Aufstiegskampf in der Fußball-Europa-League einen großen Rückschlag erlitten. Die Hütteldorfer kassierten am Donnerstagabend im vierten Gruppe-H-Spiel bei Dinamo Zagreb nach einer 1:0-Führung eine 1:3-Niederlage und fielen damit mit weiter drei Punkten ans Tabellenende zurück. Auf die Kroaten, die man in Wien noch mit 2:1 besiegt hatte, fehlen drei Punkte, der Dritte Genk, der gegen den unbesiegten Leader West Ham United 0:0 spielte, ist einen Zähler entfernt.

Rapid schloss im Stadion Maksimir trotz großer personeller Probleme zu Beginn nahtlos an die starke Vorstellung gegen die Kroaten im Allianz Stadion an und ging durch einen Treffer von Christoph Knasmüllner (8.) auch früh in Front. Bruno Petkovic (12.), Komnen Andric (34.) und Josip Sutalo (83.) machten aber noch den verdienten Heimsieg des kroatischen Aushängeschildes perfekt. Für Rapid war es nach sechs ungeschlagenen Pflichtspielen die 30. Niederlage im Bewerb - so viele hat kein anderes Team kassiert.

Rapids Verletztenliste wurde schon vor der Partie noch länger, Rechtsverteidiger Filip Stojkovic musste wegen muskulärer Probleme passen. Dadurch kam der 20-jährige Martin Moormann zu seinem Startelfdebüt bei den Profis. Kapitän Maximilian Hofmann war wieder mit einer Gesichtsmaske mit von der Partie.

Erfolg nach Offensivaktion

Der Start hätte für die Gäste kaum besser laufen können, gleich die erste Offensivaktion führte zum Erfolg. Bei einem Lochpass von Robert Ljubicic stand die kroatische Hintermannschaft ganz schlecht und Knasmüllner überwand Dinamo-Goalie Dominik Livakovic gekonnt. Die Freude darüber war aber schnell wieder verflogen, da auch die Hausherren an Effizienz nicht zu überbieten waren. Nach Doppelpass mit Andric flankte Mislav Orsic zur Mitte, wo Petkovic einköpfelte. Moormann und Maximilian Ullmann kamen an den Flankenball nicht heran.

Kurze Zeit später war die Partie für Moormann, der zuletzt im Cup und der Liga erste Einsatzminuten "oben" gesammelt hatte, frühzeitig zu Ende, da er wegen eines erlittenen Cuts nach einem Kopf-Zusammenstoß mit Emanuel Aiwu, der mit Turban weitermachen konnte, ausgewechselt werden musste. Somit debütierte ab der 21. Minute mit Leopold Querfeld ein weiterer Kicker aus Rapids zweiter Mannschaft im Europacup. Für den 17-jährigen ÖFB-U19-Teamverteidiger war es zudem der erste Pflichtspieleinsatz bei den Profis überhaupt.

Dabei konnte er den zweiten Gegentreffer nicht verhindern, Andric war in der Mitte nach einer Franjic-Hereingabe reaktionsschneller und schoss vom Fünfer ein. Zwei Topchancen, zwei Tore lautete die starke Bilanz der Kroaten vor der Pause. Beide Treffer wurden über die linke Angriffseite eingeleitet, also dort, wo aufseiten Rapids Aiwu in der Abwehr Stojkovic ersetzte. Rapid fand kurz vor dem Pausenpfiff noch die Ausgleichschance vor, Ercan Kara brachte einen Kopfball nach Grüll-Freistoß aber nicht auf das Tor (44.).

Ähnlich chancenarm ging es in einer hartumkämpften zweiten Hälfte weiter. Ein Orsic-Freistoß ging an die Stange, da sich die Rapid-Mauer leicht aufgelöst hatte (63.). Auf der anderen Seite fand nur "Joker" Koya Kitagawa die Chance auf das 2:2 vor, sein Schuss ins kurze Eck wurde von Livakovic pariert (80.). Drei Minuten später war alles klar. Nach einem Bulat-Freistoß konnte sich Sutalo in der Mitte lösen und ins lange Eck einköpfeln. Danach hätte die Niederlage von Rapid, das aufgrund einer Gästefanblock-Sperre ohne eigene Anhänger auskommen musste, noch höher ausfallen können.

Viel Zeit zum Trübsal blasen bleibt für die Truppe von Coach Dietmar Kühbauer nicht, bereits am Sonntag geht es in der Liga beim WAC weiter. In der Europa League ist am 25. November zu Hause West Ham der vorletzte Gegner. Da steht Rapid stark unter Druck, will man noch im Kampf um die beiden Aufstiegsränge sowie den dritten Umstiegsrang in die Conference League ein Wörtchen mitreden.

West Ham gab mit 2:2 in Genk erste Punkte ab

West Ham United hat im vierten Anlauf in der Gruppe H der Fußball-Europa-League die ersten Punkte abgegeben. Der englische Premier-League-Club musste sich beim Gastspiel bei KRC Genk am Donnerstagabend nach 0:1-Rückstand und 2:1-Führung am Ende mit einem 2:2 begnügen. Mit nun zehn Punkten liegen die Engländer weiter klar auf Rang eins, Dinamo Zagreb folgte nach dem 3:1 gegen Rapid mit sechs Punkten. Zwei Punkte dahinter rangieren die Belgier, Rapid hielt bei drei.

Olympique Lyon schaffte mit einem 3:0 gegen Sparta Prag als erstes Team fix den Aufstieg ins Achtelfinale. Eintracht Frankfurt machte einen großen Schritt dorthin. Dank des 2:1 beim griechischen Meister und ersten Verfolger Olympiakos Piräus halten die von Oliver Glasner gecoachten Deutschen als Spitzenreiter bei zehn Punkten. Während Martin Hinteregger geschont wurde, kam Stefan Ilsanker ab der 82. Minute zum Einsatz. Frankfurt ist ein Top-zwei-Platz nicht mehr zu nehmen, sie haben daher zumindest die Karte für das Sechzehntelfinale gegen einen Champions-League-Dritten sicher.

In der Gruppe B von Sturm Graz änderte sich nichts an der Ausgangslage im Aufstiegsrennen, da beide Partien mit einem Unentschieden endeten. Wie Sturm beim spanischen La-Liga-Tabellenführer Real Sociedad erkämpfte auch PSV Eindhoven mit ÖFB-Teamspieler Phillipp Mwene bei AS Monaco ein Remis (0:0). Monaco (8) liegt vor Sociedad (6) und PSV (5) voran. Die Grazer (1) haben nur noch eine kleine Aufstiegschance.

Genk legte dank einem Treffer von Joseph Paintsil (5.) vor eigenem Publikum einen Traumstart hin, Said Benrahma (59.) glich allerdings aus und machte mit seinem zweiten Treffer (82.) auch noch die vermeintliche Wende perfekt. Ein unglückliches Eigentor von Tomas Soucek (88.) sicherte den Hausherren aber doch noch einen Punktgewinn. Die Engländer sind nach dem ersten Punktverlust am 25. November im vorletzten Gruppenspiel im Allianz Stadion in Wien zu Gast.

Gut auf Kurs ist Bayer Leverkusen. Die zuvor fünf Pflichtspiele sieglosen, aber im Europacup weiter ungeschlagenen Deutschen holten mit einem 4:0 gegen Betis Sevilla den dritten Sieg. Für Liga-Konkurrent Union Berlin läuft es hingegen in der Conference League überhaupt nicht. Ein herrlicher Fernschuss von Christopher Trimmel (sah im Finish Gelb-Rot) zum 1:1 war zu wenig, Union verlor beim 1:2 schon zum dritten Mal. Gernot Trauner spielte in der Abwehr des ungeschlagenen Tabellenführers durch. Die AS Roma kam zwei Wochen nach dem 1:6 bei Bodø/Glimt zuhause spät zu einem 2:2. (APA)


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