Corona-Lage: Bund und Länder ringen heute um 2G, Wien prescht vor

Der Fleckerlteppich der Corona-Maßnahmen wird in Österreich täglich größer. Geimpft oder genesen könnte jetzt zum einheitlichen Ausweg werden.

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(Symbolfoto)
© Julian Stratenschulte

Innsbruck, Wien – Vor dem Bund-Länder-Gipfel wächst selbst in den Ländern das Unbehagen: Unkoordiniert haben sie wegen steigender Corona-Zahlen ihre Maßnahmen regional verschärft und auch reihenweise in Bezirken Ausreisetests verordnet. In Tirol sind diese heute im Außerfern und im Bezirk Landeck in Kraft getreten. Zugleich fordern die Länder vom Bund eine einheitliche Vorgangsweise. Ein schwieriger Spagat.

Wegen Überschreitung der Intensivbetten-Belegung von 300 – Donnerstag mussten 352 Erkrankte intensivmedizinisch behandelt werden, davon 25 in Tirol – gilt ab Montag bundesweit ohnehin die 2-G-Regel (geimpft oder genesen) in der Nachtgastro sowie bei Veranstaltungen ab 500 Personen. In Tirol kommt noch eine Maskenpflicht für alle im Handel sowie in Museen und Bibliotheken. Für den medizinischen Bereich wie in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Arztordinationen wird die 2,5-G-Regel vorgeschrieben, dort muss man geimpft, genesen oder PCR-getestet sein.

Gleichzeitig wird damit gerechnet, dass die Spitäler wenige Tage später ohnehin die Zahl von 400 belegten Intensivbetten überschreiten und deshalb in Österreich die Gültigkeit von 3 G wie derzeit am Arbeitsplatz auf 2,5 herabgesetzt wird. Dass Wien noch einen Schritt weitergeht und 2 G (geimpft oder genesen) in der gesamten Gastronomie einführt, überschattet die heutigen Bund-Länder-Gespräche. 2 G könnte jedoch der Schlüssel werden, obwohl Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Stufenplan festhalten möchte, ihn aber als Unterkante bezeichnet.

Tirols LH Günther Platter (VP), derzeit auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, dürfte ebenfalls zu den 2-G-Befürwortern zählen. „Es herrscht ein dynamisches Infektionsgeschehen – es braucht deshalb ein hohes Maß an Flexibilität. Es müssen daher mit dem Bund weitere Maßnahmen diskutiert und abgestimmt werden“, sagt er zur TT. „Wir sitzen alle in einem Boot – die Infektionslage kann sich innerhalb von wenigen Tagen und Wochen in einem Bundesland rasch ändern.“ Er fordert ebenfalls einheitliche Regeln. „Mein Zugang ist es, dass es eine möglichst gleiche Vorgehensweise gibt, um die Bevölkerung nicht noch mehr zu verunsichern. Darauf werde ich pochen.“

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich hingegen gegen bundesweite Verschärfungen der Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Beim Impfen setzt Oberösterreich wie das Burgenland jetzt doch auf eine Impflotterie. (pn)


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