Mit WC-Reiniger Freund verätzt: Prozess in Innsbruck

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Aus Übermut Putzmittel auf Duschenden geleert.
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Ein feuchtfröhliches Fest unter rund 20-Jährigen endete im August in Innsbruck für einen Teilnehmer mit einer schweren Augenverletzung. Zuvor war der Bursche nach dem Fest noch schnell duschen gegangen. Seine halblustigen Freunde sprühten ihm dabei jedoch wahllos handelsübliche Putzmittel über den Vorhang, einer davon könnte auch ein hochätzender Rohrreiniger gewesen sein. Allein durch den Kontakt ging einem Sprüher ein Haarbüschel aus. Der Besprühte musste aber mit Hautverätzungen sofort in die Klinik. Bis heute ist sein linkes Auge an der Hornhaut jedoch trüb. Eine Laseroperation wird nötig sein. Das Opfer stellte an seine Freunde keine Schadenersatzforderungen. Für den außer Kontrolle geratenen Scherz ergingen am Landesgericht gestern für die zwei Angeklagten je zur Hälfte bedingte 480 Euro Geldstrafe wegen fahrlässig schwerer Körperverletzung.

Fünf bis fünfzehn Jahre Haft hatten gestern einem Bosnier (28) gedroht, der gegenüber seiner Frau und den zwei Kindern fortgesetzte Gewalt ausgeübt haben soll. Nach langem Beweisverfahren blieben dazu nur die vagen Aussagen der Ex-Frau übrig. Zu wenig für Verteidigerin Eva Kathrein: Freispruch und sofortige Enthaftung. (fell)


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