Wirtschaftsbund zählt 248.000 offene Stellen

Die Zahl der offenen Stellen ist laut Wirtschaftsbund mehr als doppelt so hoch, als vom AMS angegeben.

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Touristiker fordern höhere Saisonier-Kontingente.
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Wien – Eine „prekäre“ Situation am österreichischen Arbeitsmarkt ortet Wirtschaftsbund-Generalsekretär und ÖVP-Nationalrat Kurt Egger. Allerdings weniger für Arbeitssuchende als für die Unternehmen. Die Zahl der offenen Stellen ist nämlich laut Erhebungen des Wirtschaftsbundes, der auch in allen Wirtschaftskammern das Sagen hat, mehr als doppelt so hoch, als vom AMS angegeben.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat per Ende Oktober 112.155 offene Stellen ausgewiesen. Tatsächlich würden österreichweit 248.000 Stellen unbesetzt sein. Die Zahl ergibt sich, wenn man die relevanten Online-Jobportale mitzählt und um Duplikate bereinigt, erklärt Egger. Viele Betriebe würden nämlich Stellen online inserieren, diese aber nicht immer dem AMS melden. Um alle offenen Stellen zählen zu können, hat der Wirtschaftsbund gemeinsam mit dem IT-Unternehmen Lorem.ipsum eine neue Software entwickelt. Der neue Stellenmonitor soll künftig gleichzeitig mit den Arbeitsmarktzahlen des AMS an jedem Monatsbeginn veröffentlicht werden, erklärte Egger bei einer Pressekonferenz.

Den laut Stellenmonitor 248.000 offenen Stellen in Österreich stehen aktuell rund 270.000 Arbeitssuchende gegenüber. In Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Oberösterreich gibt es demnach sogar deutlich mehr nicht besetzte Stellen als Arbeitssuchende. Alleine für Tirol zeigt der Stellenmonitor 29.409 offene Stellen bei aktuell 17.783 Arbeitslosen an.

Mario Gerber, Spartenobmann der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, ortet in einer Aussendung eine „dramatische Situation“, die auch „das so dringend notwendige Wirtschaftswachstum gefährdet“.

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Vor allem im Hinblick auf die Wintersaison zeigt sich Gerber angesichts 10.000 offener Stellen in Tourismus und Gastronomie besorgt. Gerber und der Tiroler Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl fordern deshalb eine Erhöhung des Saisonier-Kontingents. „Aktuell gibt es in Tirol 286 Saisoniers, dabei bräuchten wir laut den aktuellen Daten jedoch das 10-Fache“, so Gerber.

Der Wirtschaftsbund fordert zudem zum wiederholten Mal eine Reform der Arbeitslosenversicherung, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. Dem ÖVP-Bund schweben strengere Zuverdienstgrenzen, ein mit der Zeit sinkendes Arbeitslosengeld und längere Fahrzeiten zum Arbeitsort vor. (ecke)


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