Masernfall an Innsbrucker Kinderklinik: Behörden suchen Kontaktpersonen

Vor einer Woche brachten Eltern ein Kleinkind mit einem vermeintlichen Infekt in die Kinderklinik nach Innsbruck. Der Infekt entpuppte sich als hochansteckende Masernerkrankung. Die Suche nach Kontaktpersonen läuft.

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Die Kinderklinik in Innsbruck (Archivfoto).
© Thomas Böhm

Innsbruck – Ein Masernfall an der Innsbrucker Kinderklinik hat die Gesundheitsbehörden auf den Plan gerufen – sie suchen nun nach möglichen Kontaktpersonen. Der Fall wurde vor etwa einer Woche bekannt: Eltern brachten ein Kleinkind mit einem vermeintlichen Infekt in die Klinik. Der Infekt entpuppte sich als eine hochansteckende (und meldepflichtige) Masernerkrankung. Das Kind war nicht geimpft.

Die Behörden warnen nun mögliche Kontaktpersonen: „Wenn Eltern bei ihrem erkrankten Kinder hohes Fieber und Ausschlag feststellen, sollten sie zu Hause bleiben und den Kontakt zu kleinen Kindern, Ungeimpften und Schwangeren meiden“, hieß es in einer Aussendung der Tirol Kliniken am Freitag. Wenn ärztliche Hilfe nötig sei, sollten sich Betroffene, besonders aus dem Bezirk Schwaz, immer telefonisch anmelden, bevor sie eine Ordination oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Ärzte-Appell: Impfungen nicht aufschieben

Kinderärzten bitten Eltern dringend, trotz Pandemie und Kontaktbeschränkungen die empfohlenen Impfungen nicht aufzuschieben oder gar ausfallen zu lassen. Der erwähnte Fall zeige, dass ein ungeimpftes Kind mit einer hochansteckenden Erkrankung wie Masern zahlreiche andere Kinder ernsthaft gefährden könne.

Bei den Masern handelt es sich um eine hochansteckende, durch Viren ausgelöste Krankheit. 20 Prozent der Erkrankten entwickeln Komplikationen und vor allem bei Kleinkindern und Erwachsenen besteht ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Als seltene schwere Spätfolge kann fünf bis zehn Jahre nach der Infektion eine Gehirnentzündung auftreten, die unheilbar ist und immer tödlich endet. Die Impfung wird ab neun Monaten empfohlen (in Ausnahmefällen ab sechs Monaten). Personen, die nicht geimpft und deshalb erkrankt sind, können z.B. für Kinder, die aufgrund des Alters oder einer anderen Erkrankung (noch) nicht geimpft werden konnten, eine reale Gefahr darstellen. (TT.com)


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