Toyota Aygo: Totgesagt, aber noch sehr lebendig

Die Überlebenschancen des Kleinstwagensegments waren zuletzt überschaubar – Toyota lässt mit neuen Lebenszeichen aufhorchen.

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Kommt im nächsten Jahr in den Handel: der 3,7 Meter lange Aygo X von Toyota.
© Toyota

Kopenhagen, Rom – Die Transformation in der Autobranche bringt Opfer mit sich, etwa die Reduktion bei den angebotenen Verbrennungsmotoren. Auch manchen Segmenten sagten Kenner der Szene eine geringe Verweildauer voraus, allen voran dem offensichtlich unrentablen Kleinstwagengenre. Toyota stemmt sich diesem Eindruck mit aller Kraft dagegen und setzt auf das Einstiegsmodell, zumal die Marke ganz offensichtlich mit dem seit 2005 angebotenen Aygo ganz gut gefahren ist.

Ein bloßes „Weiter so“ war nicht möglich, genau das zeigt der in dieser Woche präsentierte Aygo X. Das 3,7 Meter lange und 1,74 Meter breite Modell ist mit überraschend viel Offroad-Lametta versehen, sodass sich auf den ersten Blick annehmen ließe, der Aygo X wäre eigentlich für das Gelände gedacht: Unterbodenschutz, Flankenbeplankung rundum und eine Fahrzeughöhe von 1,51 Metern rücken stilvolle SUV-Optik ins Bild. Dazu kommen pfiffig-originell gestaltete Scheinwerfer, ein adrett gezeichneter Kühlergrill und farblich abgehobene Dachelemente. Wie es aussieht, versucht Toyota den Eindruck zu vermeiden, der Aygo X könnte zu billig aussehen.

Nein, der Winzling verzichtet auf jegliche visuelle Bescheidenheit – antriebsseitig jedoch hinterlässt der Kleinstwagen ein anderes Bild: Zum Einsatz kommt ein Dreizylinder-Benziner mit einem Hubraum von einem Liter, das Nenndrehmoment von 93 Newtonmetern ab 4400 Umdrehungen/Minute offenbart, dass die Japaner dem Aggregat nicht einmal einen kleinen Turbolader gönnen. Der Hersteller geht davon aus, dass 72 PS reichen, um dem Ein-Tonner eine allfällige Trägheit auszutreiben. Wunder gibt es jedenfalls keine, den Sprint von null auf 100 km/h erledigt der ansehnliche Aygo X in gemach anmutenden 15,5 bis 15,6 Sekunden, abhängig vom gewählten Getriebe (CVT oder Fünfgang-Handschalter). Der Durchschnittsverbrauch liegt zwischen 4,7 und 5,4 l/100 km (CO2-Ausstoß: 107 bis 122 g/km). Geplanter Marktstart ist im Arpil 2022. (hösch)


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