Ford Mach-E GT: Noch mehr Starkstrom für das Pony

Mit dem Mach-E GT rundet Ford die Palette seines Elektro-Mustang nach oben ab. 486 PS taugen auch für mehr als nur gediegenes Traben.

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Mehr Watt statt Hubraum: Der Mustang Mach-E GT setzt sich mit 486 PS an die Spitze der Pony-Palette.
© Ford

Von Stefan Pabeschitz

Rovinj – Ford hat gerade ein echtes Hoch und steht nicht nur in Österreich so gut da wie selten zuvor. Nur dass der elektrische Mach-E den klassischen Mustang nicht ersetzt, sondern nur ergänzt, will nicht so richtig beim Publikum ankommen. Daher an dieser Stelle noch einmal: Es gibt den klassischen Mustang-Sportwagen als Coupé und Cabrio nach wie vor und er hat auch immer noch einen richtigen Motor unter der Haube – sogar einen wohligen V8 mit 5 Litern Hubraum und bis zu 460 PS. Und daneben gibt es den viertürigen, akkubetriebenen SUV-Crossover, der halt auch Mustang heißt, weil sich das Strom-Thema damit mehr Aufmerksamkeit verschafft.

Schon bei dessen Vorpräsentation wurde eine Top-Version oberhalb der drei Leistungsstufen zu 269, 294 und 351 PS angekündigt – jetzt ist sie da und setzt sich mit dem Zusatz-Code GT an die Spitze der Stromer-Palette. So ehrfurchtgebietend die bisherigen PS-Zahlen wirken mögen – mit dem Gegengewicht von 2,2 Tonnen sind sie ausgiebig beschäftigt. Ein 5-Sekunden-Spurt aus dem Stand auf hundert ist zwar auch bisher schon drin gewesen, aber bei der Handling-Agilität setzten der Batteriespeck das allzu komfortabel ausgelegte Fahrwerk doch recht nachdrücklich Grenzen.

Im GT stehen jetzt 486 Pferde bei Fuß, zusammen mit wuchtigen 860 Newtonmetern Drehmoment und natürlich zwei angetriebenen Achsen. Dazu wurde bei der Basis-Straffheit nachkalibriert, das aktive Fahrwerk reagiert ebenfalls sportlicher und die serienmäßigen 20-Zöller holen noch ein bisschen mehr Stehvermögen raus. Im Sportmodus, der hier „Temperamentvoll“ heißt, liegt jetzt noch mehr Leistung an der Hinterachse an, um für entsprechend hecklastige Dynamik zu sorgen. Und es gibt noch ein Extra-Programm „Temperamentvoll Plus“ darüber, von dem Ford rät, es nur auf Rundstrecken einzusetzen – dann lassen ESP und Traktionskontrolle Kraft- und Schub-Überschüsse zu, die im Straßeneinsatz zumindest US-Verbraucherschützer nervös machen würden. In Europa gehen sie als alltagstaugliche Spaß-Verstärker durch.

Für den Hunderter-Spurt gönnt sich der Mach-E GT nur noch 4,4 Sekunden – übrigens exakt gleich viel, wie der V8 im klassischen Mustang schafft. Das macht Spaß, der auch in der nächsten Kurve noch anhält, sofern sie nicht zu eng gesteckt ist. Das straffere Gesamtpaket passt zum Charakter des Strom-Ponys ausgezeichnet, aber irgendwann verlangt das Gewicht eben sein physikalisches Recht und die Fliehkräfte beginnen unerbittlich zu zerren. Das ESP regelt dann doch recht rüde hinein und nach ein paar flotten Sprints wird auch der Power-Abruf runterreguliert. Von den nominell 500 Kilometern Reichweite bleiben bei flotter Gangart über Land schließlich nur 300 über. Überrascht hat, dass sich der Mach-E GT am harmonischsten im Ein-Pedal-Modus bewegen lässt – die Maximal-Rekuperation verursacht deutlich sanftere Wechsel zwischen Last- und Gleit-Betrieb als die Standard-Einstellung. Der Mustang ist so rascher wieder auf Zug und bewegt sich insgesamt auf hohem Niveau gleichmäßiger.

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Das Nachbessern bei der Dynamik tut dem Mach-E gut. Das bessere Gesamtpaket ist mit 8800 Euro mehr, als Ford für die 351 PS-Variante ausruft, nicht überbezahlt, dennoch fallen damit insgesamt 73.000 Euro an – 5000 mehr, als für den Mustang V8 GT zu berappen sind.


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