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Chefin des Gewaltschutzzentrums Tirol im Interview: „Hohe Dunkelziffer"

Allein heuer gab es bis dato 844 Betretungsverbote für Gewalttäter in Tirol. Verglichen mit dem Vorjahr sind das um 230 mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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(Symbolfoto)
© Keystone/ Schulz

Innsbruck – Seit 1. Jänner 2021 bis Anfang November wurden heuer bereits 844 Betretungs- und Annäherungsverbote durch die Polizei in Tirol ausgesprochen. Früher sagte man dazu „Wegweisung“, eine Sache, die dann in Kraft tritt, wenn es zu familiärer Gewalt kommt und die Polizei gerufen wird (siehe auch Box). Verglichen mit den Vorjahren ist diese Zahl enorm hoch – im Vergleich: Im Jahr 2020 gab es im ganzen Jahr 716 Betretungsverbote, heuer sind es jetzt schon um 230 mehr, das Jahr hat aber noch zwei Monate. Im Schnitt rückt die Polizei in Tirol damit mehr als zwei Mal pro Tag wegen Gewalt in der Familie aus. Während einzelne Experten – wie etwa der Psychiater Reinhard Haller – zuletzt in Interviews davon ausgingen, dass Gewalt während der Pandemie bzw. Lockdowns zugenommen hat, fehlen anderen Experten dafür noch notwendige Erhebungen. Eva Pawlata, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol, vermutet hinter dem Ansteigen der Zahl an Betretungsverboten mehrere Gründe.

Schockt Sie der enorme Anstieg von Betretungsverboten, weil es ein Zeichen von steigender Gewalt sein könnte?


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