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Libysche Juden kämpften im Lager Reichenau um ihr Überleben

Recherchen von Historiker Horst Schreiber zeigen, dass auch eine Gruppe Juden libyscher Herkunft in das Arbeitserziehungslager der Nazis überstellt wurde.

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Das Arbeitserziehungslager der Nationalsozialisten befand sich südlich des Areals des heutigen Bauhofs von Innsbruck.
© Innsbrucker Stadtarchiv

Von Brigitte Warenski

Innsbruck – Durch Zufall ist Historiker Horst Schreiber auf eine Stele mit Davidstern am Amraser Soldatenfriedhof gestoßen. Begraben liegt hier Mimborach Israel Labi, der 1944 gestorben ist. „Diese Stele hat für mich Fragen aufgeworfen und ich habe mit Recherchen begonnen“, erzählt Schreiber. Bei Niko Hofinger und Bert Breit, im Totenbeschaubefund der Stadt Innsbruck und durch Listen der italienischen Opferverbände wurde Schreiber fündig. „In Libyen siedelten sich schon seit dem 3. Jahrhundert v. Christi Juden an, was heute nur noch wenige wissen. Als Italien 1943 die antisemitische Gesetzgebung erlassen hat, wurden aus Libyen Jüdinnen und Juden deportiert, obwohl sie eine britische Staatsbürgerschaft besaßen“, so Schreiber. Überstellt wurden sie – wie Schreiber im neuen Gaismair-Jahrbuch schreibt – „an zwei Schreckensorte“.


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