Ab heute fast überall 2G: Mit dem Druck steigt der Impf-Wille in Österreich

Von Wien bis nach Bregenz herrschte am Wochenende ein ähnliches Bild: Schlange stehen fürs Impfen, um die 2G-Regel zu erfüllen. Andrang herrschte auch in Tirol, Impfzentren waren aber zu. Indes gibt es beim Contact Tracing immer größere Probleme.

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Die Impfzahlen stiegen am Wochenende wieder an.
© APA/Spitzbart

Innsbruck – Mit der Freitagabend-Ankündigung der Bundesregierung, ab heute in vielen (Freizeit-)Bereichen nur noch die 2G-Regel anzuwenden, scheint sich das Impf-Blatt in Österreich zu wenden. Über das gesamte Wochenende waren viele stationäre und mobile Impfangebote bestens aus-, wenn nicht sogar überlastet. Allein am Samstag wurden österreichweit 32.000 Impfungen durchgeführt, jede dritte davon ein „Erststich“. Insgesamt sind in der vergangenen Woche mehr Impfungen durchgeführt worden als in jeder anderen seit August.

Großer Andrang auch in Tirol

Großer Impf-Andrang herrschte gestern auch in Tirol. Wie das Land auf TT-Anfrage mitteilte, wurden über das Wochenende (Freitag bis Sonntag) rund 6000 Impfungen verabreicht. Davon waren über 3200 Erstimpfungen. Das sind rund dreimal so viele Gesamtimpfungen wie noch vor zwei Wochen. Unverständlich war für einige aber, dass die Impfzentren gestern Sonntag nicht offen hatten. Im Land begründete man dies damit, dass auch zuletzt nur freitags und samstags offen war. Stattdessen fuhr im Oberland ein „Impf-Van". Das Impfzentrum Innsbruck in der Bachlechnerstraße 46 wird heute kurzfristig ab 9 Uhr bis 19 Uhr öffnen.

📽️ Video | Großer Andrang bei Impfzentren in Tirol

Contact Tracing kaum noch zu bewältigen

Dem standen auch am Wochenende freilich immer noch gewaltige Werte bei den Neuinfektionen in Österreich gegenüber. 8554 neue Fälle waren es am Sonntag, Tirol vermeldete 674 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Ein – wenig überraschendes – Problem ist dabei wieder aufgepoppt: die kaum noch zu bewältigende Kontaktpersonen-Nachverfolgung, auch Contact Tracing genannt. Österreichweit kann inzwischen nur noch bei knapp 40 Prozent auch die Infektionsquelle geklärt werden, teilte die AGES am Wochenende mit.

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Andere Bundesländer haben beim Contact Tracing bereits aufgegeben. Wir versuchen es noch so gut wie möglich.
Elmar Rizzoli (Leiter Corona-Krisenstab)

In Tirol, so Elmar Rizzoli, Leiter des Einsatzstabes, bemühe man sich „so gut wie möglich“, die Nachverfolgung aufrecht zu halten. Im Verzug sei man trotzdem. Derzeit wachse der Rückstand an nicht aufgeklärten Fällen um gut 100 Stück pro Tag. Dennoch, andere Länder hätten das Contact Tracing bereits aufgegeben, so Rizzoli.

Spiss ist Impf-Schlusslicht

Apropos Impfnachzügler: Dazu zählen in Tirol laut Ministerium die Gemeinden Spiss (35 %), Jungholz (36 %), Niederndorferberg (43 %) und Virgen (45 %). Gesamt-Tirol liegt bei 63 Prozent (Stand: 6. November). (mami)


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