Polizei fand bei Großeinsatz zwei Leichen in Wohnhaus in Weerberg

In einem Haus am Weerberg sind Montagfrüh zwei Leichen gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass der 83-jährige Mann zuerst seine Ehefrau und anschließend sich selbst mit einer Faustfeuerwaffe getötet hat.

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Mehrere Spezialeinheiten der Polizei waren im Einsatz.
© ZOOM.Tirol

Von Thomas Hörmann

Weerberg – Zuerst erschoss ein 83-Jähriger seine Frau, dann sich selbst: So skizzieren die Ermittler des Landeskriminalamtes den Ablauf der Tragödie, die sich am Montagmorgen in einem Haus in Weerberg abgespielt hat. Im ersten Stock des Gebäudes stießen die Beamten auf die Leichen eines betagten Paares. Und einen Abschiedsbrief. Ohne auf den Inhalt genauer einzugehen, bestätigt Gert Hofmann, stv. Leiter des Landeskriminalamtes, „dass es sich höchstwahrscheinlich um einen erweiterten Suizid handelt“.

Es war gegen 6.30 Uhr, als eine Weerbergerin die Polizei über die Notrufnummer alarmierte. Laut Polizeibericht teilte die Frau mit, dass in einem benachbarten Haus möglicherweise ein Gewaltverbrechen verübt worden sei. Zunächst war die Situation allerdings unklar, „wir wussten nicht, was uns erwartet“, schildert Hofmann. So kam es, dass die Beamten mit einem Großaufgebot in Weerberg anrückten. Neben sechs Streifen aus den Bezirken Innsbruck-Land und Schwaz standen auch Cobra, die Schnelle Interventionsgruppe, Hundeführer und ein Verhandlungsteam im Einsatz. Doch die Intervention kam zu spät, der 83-Jährige und seine Frau (86) lagen erschossen im Obergeschoß. Die Beamten entdeckten auch die Waffe – eine Pistole, die der Mann legal besessen hat. Auf das Motiv will Hofmann nicht detailliert eingehen: „Der Grund für die Tat dürfte im höchstprivaten Lebensbereich der beiden gelegen sein.“

📽️ Video | Älteres Ehepaar tot aufgefunden

Bei den Toten handelt es sich um zwei Tiroler, die in Innsbruck ihren Hauptwohnsitz hatten. Das kinderlose Paar besaß aber auch das Haus in Weerberg, das als Nebenwohnsitz genutzt wurde. In den letzten Jahren hielten sich die Innsbrucker aber vorwiegend in der 2500-Einwohner-Gemeinde im Mittelgebirge auf.

Heute findet im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Obduktion der Toten an der Innsbrucker Gerichtsmedizin statt. Sollte sich das Ergebnis mit dem derzeit angenommenen Tatablauf decken, „sind die Ermittlungen für uns weitgehend abgeschlossen“, sagt Hofmann. Lediglich die kriminaltechnische Spurenauswertung ist noch ausständig. Aber auch hier rechnet der stv. LKA-Chef nicht mit einer Überraschung.

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