Festkonzert in Innsbruck: Chorgesang auf hohem Niveau

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Ihr Auftritt, bitte! Der Jugendchor CHORrekt aus dem Zillertal mit Leiterin Hannah Prantl beim Festkonzert im Congress.
© Chorverband Tirol

Innsbruck – Frischer Wind umweht Tirols Chorszene, die mehr und mehr aus dem Schatten der übermächtigen Blasmusik tritt. Der Verband stellt sich im Rahmen eines Forschungsprojekts seiner eigenen Geschichte in belasteten Zeiten, die Dachorganisation firmiert seit heuer unter dem Namen Chorverband Tirol. Der patriarchalisch angehauchte Sammelbegriff Tiroler Sängerbund ist passé.

Entsprechend selbstbewusst zeigt sich der Verband beim Festkonzert vorgestern im Congress. Sechs Gesangsgemeinschaften aus fünf Bezirken präsentieren, stellvertretend für die 511 Chöre des Landes mit ihren 11.500 Mitgliedern, einen Lieder-Mix von traditionell bis modern.

Eine Liebeserklärung an die Heimat (Pitztalchor) findet da genauso ihren Platz wie Johannes Brahms’ schmachtende Liebeslieder-Walzer (Universitätschor Innsbruck) oder klassische Kirchenliteratur à la Bruckner (Motettenchor Wörgl). Billie Eilishs Popballade „Ocean Eyes“ reiht sich neben das herzhaft per Teppichklopfer (andeutungsweise!) ausgetragene Mann/Frau-Geplänkel alias „Hätt i di-Jodler“ (CHORrekt aus dem Zillertal).

Das vielfach preisgekrönte Chorkombinat Stimmsalz/Stimmpfeffer aus Hall beglückt mit einer berührend schönen Wiedergabe von Mendelssohn Bartholdys Psalm-Vertonungen: a cappella, durchwegs auswendig, doppelchörig.

Dann wird es lauter und rockiger. Der Innsbrucker Jazzchor StimmenHören, unterstützt von Keyboards, E-Bass und Drums, groovt mit Adeles „Skyfall“ ins heftig beklatschte Finale. (mark)


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