Von Prutz nach Nepal: Rettungsmission für die Vergessenen

In wenigen Tagen startet der Frizzey Light Verein von Prutz aus zur bisher größten Hilfstour nach Nepal.

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Christine Jarosch, Frizzey Greif und Tshering Lama Sherpa starten in wenigen Tagen die größte Hilfsaktion des Frizzey Light Vereins.
© Frizzey Light Verein

Von Matthias Reichle

Prutz, Nepal – „Es wird eine einmonatige Höllenfahrt“, ist sich Frizzey Greif sicher. Der Prutzer Künstler und seine Lebensgefährtin Christine Jarosch starten am 14. November zum Himalaya. Das Ziel ihrer „Helptour“ ist zum wiederholten Mal Nepal, ein Land, das besonders heftig von Corona betroffen war.

Es ist das größte Hilfsprojekt in der Geschichte des Frizzey Light Vereins, das in wenigen Tagen im kleinen Obergrichter Örtchen Prutz ihren Ausgang nimmt. Einfacher machte es die Pandemie den Organisatoren nicht. Monatelang musste der Start verschoben werden. Allein einen Flug zu finden, war eine 14-tägige Odyssee, schildert Greif, der heuer „kreuz und quer“ durch Nepal reisen wird, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Mit dabei ist Tshering Lama Sherpa als Organisator vor Ort.

Die Tour führt vom Tiefland bis auf 4000 Meter Seehöhe. Bereits wenige Tage nach der Ankunft will man im Distrikt Mugu – auf 3500 Metern, im Westen des Landes – ein neues Blindeninternat und eine Schule eröffnen. Mit Stopps in Humla, Bardiya und Pokhara geht es bis nach Taplejung ganz im Osten. In Sarlahi wird man eine Wasserpumpe installieren. „Dort gibt es ein Dorf, wo die Kinder sprichwörtlich verrecken, weil das Trinkwasser so dreckig ist“, erzählt Greif. Mit den weiten Wegen sei die heurige Helptour eher für einen 21-Jährigen geeignet, erklärt der Künstler, der heuer seinen 66. Geburtstag feierte, aber nur so vor Energie strotzt.

Rekordsumme durch Benefizaktion, Spenden bereits vor Ort

Begeistert hat ihn die Welle der Hilfsbereitschaft, die wieder über ihn hinweggerollt ist. Bei seiner Benefizaktion im Lader Rechelerhaus konnte er 50.000 Euro sammeln – eine Rekordsumme. Dass heuer so vielen Menschen geholfen werden kann, verdankt man aber auch den über 300 eingetragenen Lichtspendern und über 60 Sponsoren.

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Bereits in Nepal angekommen sind 13 Kartons mit selbstgestrickten Handschuhen und Socken, Bergschuhen, Lesebrillen, Stofftieren und vielen anderen Dingen, die gespendet wurden. In Kathmandu angefertigt werden neue Schlafsäcke, Anoraks und Schultaschen, die in den Dörfern auf dem Weg an die Ärmsten verteilt werden.

„Es sind bereits über 30.000 Menschen, denen wir das Leben retten konnten“, berichtet Greif – darauf ist er stolz. Heuer will man insgesamt 30 Gebiete des Landes bereisen.

Die Tour hat noch gar nicht angefangen, da schmieden der Prutzer und sein Team bereits Pläne für das kommende Jahr. Er will das größte Hilfsprojekt noch einmal toppen. Zu Weihnachten versteigert man wieder Kunstwerke zugunsten der Ärmsten, helfen kann man aber auch mit dem Kauf eines Weihnachtspakets oder als Lichtspender. Infos unter www.frizzey-light.org Aber auch Spenden sind sehr willkommen – Spendenkonto „Frizzey Light Nepalhilfe“. Raika Oberland-Reutte, IBAN: AT62 3699 0000 0672 8224


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