Während Arbeitslosenbezug über Monate im Ausland

  • Artikel
Das AMS verfolgt Verstöße auch über das Strafgericht.
© Riedler

Gerade in Zeiten, in denen etliche Branchen händeringend nach Mitarbeitern suchen, steht die Einhaltung der Bestimmungen zum Erhalt des Arbeitslosenbezugs sowie der Notstandshilfe vermehrt im Fokus der Institutionen. Nachdem er wiederkehrend nicht erreichbar war, sah sich so eine Bezirksstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) einen 55-jährigen Serben einmal genauer an. Allein durch Vorlage seines Passes konnte das Ermittlungsverfahren gegen den Kellner schon ungemein beschleunigt werden. Wiesen doch die Stempel auf Aufenthalte in Serbien, Griechenland, Kroatien und Bosnien hin.

Die verpflichtende Meldung beim AMS hatte freilich niemals stattgefunden. Da Sozialgelder nicht Fernreisen finanzieren sollen, ging es deshalb am Landesgericht um schweren Betrug an der Republik im Ausmaß von 11.247 Euro. So hatte sich der 55-Jährige bis Ende letzten Jahres ganze drei Monate in Serbien aufgehalten – und begründete dies mit dem Ableben seiner Mutter: „Wissen Sie, Herr Rat, bei uns Orthodoxen dauern Trauerfeierlichkeiten über Wochen.“ Richter Georg Putz wollte dennoch auch in Tirol die Kirche im Dorf lassen und genehmigte gegen den Willen der Staatsanwaltschaft eine Diversion über 500 Euro: „Wir brauchen Leute wie Sie ja an sich dringend!“ Dazu muss der 55-Jährige alles Sozialgeld rückerstatten – 300 Euro müssen monatlich zurück.

************************************

Vier Monate bedingte Haft setzte es als Damoklesschwert für einen 23-jährigen Innsbrucker. Er hatte im Juni in einem Bogenlokal die Ausweisleistung verweigert – und darauf vier Polizisten heftig Widerstand geleistet. Zum Schluss ließ sich der Gast aus dem Lokal tragen. (fell)

3 x Futterkutter-Kochbuch zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Schlagworte