Vorbereitung für den Ernstfall: Große „Blackout“-Übung in Tirol

Was tun, wenn die gesamte Stromversorgung kollabiert? Tirol probt am Freitag die Abläufe für den Tag X. Der Strom wird dafür nicht abgeschaltet.

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Bei einem so genannten „Blackout“ würde die gesamte Stromversorgung kollabieren.
© imago

Innsbruck – Es ist extrem kalt. Seit Wochen. In ganz Europa. Dadurch steigt der Energieverbrauch, deren Erzeugung wird allerdings erschwert. Das System droht zu kollabieren. So schaut die angenommene Ausgangslage für eine Übung aus, die am Freitag bundesweit und im Speziellen auch in Tirol abgehalten wird. Ziel ist es, durch penibel koordinierte Abläufe einen großflächigen „Blackout“ zu verhindern. Während der Trainings und simulierten Einsätze wird der Strom nicht abgeschaltet.

Die aus dem Tag gewonnenen Erkenntnisse sollen laut Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) „in die Weiterentwicklung einer entsprechenden Vorsorge für den Katastrophenfall einfließen – wir müssen auf derartige Ereignisse gut vorbereitet sein“. Platter war es auch, der die bundesweite Übung angeregt hatte. Beteiligt sind mehrere Ministerien und andere Bundesländer. „Auch wenn Tirol über ein stabiles und ausfallsicheres Stromnetz verfügt, sind wir nicht vor Störfällen gefeit“, sagt der Landeshauptmann.

Parallel zu den österreichweiten Stabsübungen werden hierzulande mehrere Szenarien geprobt. Etwa an der Patscherkofelbahn. Dort sollen Passagiere aus der Gondel abgeseilt, ein Rettungszelt aufgebaut, ein Ersatz-Strommasten aufgestellt und ein Mobilfunk-Notfallcontainer platziert werden. Neben dem Land beteiligen sich auch das Bundesheer, Blaulichtorganisationen, die Tinetz und das Telekommunikationsunternehmen A1. Am Kraftwerk in Silz wird eine Turbine probeweise gestartet. Zivil- und Katastrophenschutz-Landesrat Josef Geisler ruft auch die Bevölkerung dazu auf, für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Die Einsätze am Patscherkofel werden auf und anderen Landeskanälen live übertragen. (TT)

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⚡ Was tun, wenn der „Blackout“ kommt?

Geräte abschalten: In einem Info-Blatt empfiehlt das Land Tirol, alle Elektrogeräte, ausgenommen der Beleuchtung, abzuschalten. Vor allem Dinge, die Gefahren bergen, wenn der Strom wieder kommt. Dazu gehören Herdplatten, Bügeleisen oder Mixer.

Keine Panik: Im Ernstfall ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren.

Essen schonen: Damit Lebensmittel nicht verderben, sollte unnötiges Öffnen von Kühlschränken oder Gefriertruhen vermieden werden.

Orientierung: Um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden, ist es wichtig, eine funktionsfähige Taschenlampe oder Kerzen samt Feuerzeug oder Zündhölzern bereitzuhalten.

Information: Batterie- oder solarbetriebene Radios sind eine gute Möglichkeit, sich über das Geschehen auf dem Laufenden zu halten. Eine Alternative ist auch das Autoradio.


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