Machtwechsel in der Unterhaltungsbranche

Die Pandemie treibt den digitalen Medienkonsum voran und verursacht eine anhaltende Verlagerung aus dem Kino ins eigene Wohnzimmer.

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Ob Musik-Streaming, On-Demand-Video, E-Books oder Videospiele: Die Pandemie bescherte dem digitalen Medienkonsum einen Boom.
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Wien – Die Medien- und Unterhaltungsbranche erholt sich nach den Pandemie-bedingten Einbrüchen wieder. Im kommenden Jahr soll die Branche in Österreich einen Wert von 10,4 Mrd. Euro generieren und sich somit dem Vorkrisenniveau annähern, so das Ergebnis des „Global Entertainment & Media Outlook 2021–2025“ von PwC.

Die Studie macht aber auch deutlich, dass Corona die Verschiebung von analogen zu digitalen Unterhaltungsangeboten massiv verstärkte. Es sei zu einer Machtverschiebung gekommen, die einen Wandel der Branche herbeiführte, sagt Hannes Orthofer, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Österreich. „Ob es um die Verlagerung der Kasseneinnahmen von Kinos auf Streaming-Plattformen geht, um die Verschiebung von Inhalten auf mobile Endgeräte oder um die immer komplexeren Beziehungen zwischen den Urhebern, Produzenten und Vertreibern von Inhalten – Dynamik und Machtverhältnisse innerhalb der Branche verändern sich derzeit massiv“, erklärt er. So gab es im Kino 2020 Einbrüche von 71 % auf 42 Millionen Euro (Umsatz 2019: 146 Mio. Euro). Zwar rechnen die Studienautoren mit einer Erholung des Sektors, die Einnahmen werden aber wohl erst 2025 auf Vorkrisenniveau kommen. Auf der anderen Seite gewann der Bildschirm im Wohnzimmer immer mehr an Beliebtheit, „On-Demand-Streaming“ – also Netflix, Disney+ und Co. – erzielte in Österreich 2020 ein Plus von 17,4 % und stieg auf 264 Mio. Euro. Bis zum Jahr 2025 wird dieses Segment mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 10,2 % auf 438 Mio. Euro ansteigen, heißt es in der Studie. Ebenso zu den Gewinnern der Pandemie zählen Videospiele, sie erzielten 2020 ein Plus von 18 %.

Auch bei den Büchern sei eine Verschiebung zum digitalen Angebot spürbar. Im Bereich der E-Books gab es 2020 einen Zuwachs von 11 % auf 112 Mio. Euro. Auch E-Paper sollen laut Studie bis 2025 einen ähnlichen Aufschwung erleben. Massive Einbußen (-32,3 %) gab es 2020 wenig überraschend in der Kategorie Musik und Radio, zu der Live-Konzerte zählen. Bis 2025 sollen die Gesamteinnahmen aber wieder um durchschnittlich 7 % pro Jahr steigen. Ein Trend, der vom Musik-Streaming forciert wird. 2020 erzielte die Branche in Österreich ein Plus von 23,8 % auf 85 Mio. Euro, bis 2025 wird ein durchschnittliches Wachstum von jährlich 8,6 % auf 127 Mio. Euro prognostiziert.

Das in Österreich sehr beliebte Radio erlebte 2020 gegenüber 2019 einen Umsatzrückgang von 8,4 % auf 344 Mio. Euro, bis 2025 soll der Umsatz aber auf 414 Mio. Euro steigen. (TT)

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