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Die „Knoedel“ im Interview: „Die Experimentierfreude sinkt“

Für die „Knoedel“ arbeiten Margret Köll und Christof Dienz seit 1992 zusammen. Ebenso wie beim anstehenden Harfenfestival „Zwischen den Saiten“. Ein Gespräch über 2 G in der Kultur und den Reiz des historischen Klangs.

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Harfinistin Margret Köll initiierte „Zwischen den Saiten“, das morgen Abend startet. Mit einer Uraufführung von Musikerkollege Christof Dienz.
© De Moor

Was bedeutet 2 G für den (Live-)Kulturbereich?

Margret Köll: Es ist schwierig, wenn Nicht-Geimpfte jetzt nicht mehr im Publikum sitzen dürfen. Irgendwie bitter.

Christof Dienz: Aber wahrscheinlich der einzige Weg, um die Impfquote zu steigern. Man muss daran denken, wie sehr die Pandemie den Kulturbereich gerade verändert. Es gibt jetzt schon viele jung­e Menschen, die aufhören, Musik zu machen, etwas anderes studieren. Veranstalter überleben nur mit noch höheren Subventionen, die Auslastung ist niedrig. Wir sehen, wenn sich die Menschen nicht ins Konzert traue­n, wird es proble­matisch.

Köll: Von Deutschland hört man, ein Drittel fehlt. Nicht nur Junge! Leute steigen aus fixen Ensembles aus. Konsequenzen werden jahrelang spürbar bleiben. Und wir wissen gar nicht, wann es vorbei ist – oder ob wir ins Zeitalter der Pandemien erst reinstarten.

Es häufen sich Kommentare, Kultur müsse jetzt vor allem Unterhaltung bieten. Ist das der richtige Ansatz?


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