„Arnie“ is back und bleibt ein Mann der klaren Worte

Die Präsenz von Marko Arnautovic ist beim ÖFB-Team vor dem Israel-Match (morgen/20.45 Uhr) wieder spürbar. Er sagt, was er denkt.

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Marko Arnautovic gibt die Richtung im ÖFB-Team vor - hier dem Tiroler Alessandro Schöpf.
© EXPA/JOHANN GRODER

Von Alex Gruber

Klagenfurt – Die verpatzte WM-Qualifikation, die für das ÖFB-Team vor dem letzten Doppelspieltag in Klagenfurt gegen Israel (morgen) und Moldawien (Montag, 20.45 Uhr) in Gruppe F vermutlich nur auf Platz vier enden wird, lässt sich nicht an Marko Arnautovic festmachen, denn in Corona-Zeiten fehlte der vormalige China-Legionär einerseits wegen Reisesperren und andererseits nach seinem Wechsel zum FC Bologna auch wegen Muskelbeschwerden, die ihn immer noch quälen. Von den bisherigen acht Quali-Spielen stand der 32-jährige Edelroutinier, der morgen in Sachen Länderspieleinsätze auf Platz drei liegend mit Toni Polster (95) gleichziehen wird, nur dreimal am Platz.

„Ich war in der WM-Quali nicht so oft dabei. Ja, wir können zurückschauen und draufhauen, aber das tue ich nicht. Wir haben noch eine Chance, übers Play-off zur WM zu kommen“, richtet der Italien-Legionär den Blick nach vorne und nimmt den letzten Doppelspieltag unter dem Motto „Testen fürs WM-Play-off“ in Angriff. Vor der letzten Doppelrunde steht das ÖFB-Team mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Play-off, weil zwei der drei Teams aus dem Trio Spanien, Frankreich und Wales in ihren Gruppen einen Platz unter den Top zwei lösen werden.

Es war in schweren und komplizierten Corona-Zeiten – der geimpfte Arnautovic dazu: „Man muss bei diesem Thema aufpassen, was man sagt. Deswegen halte ich mich da raus. Ich und meine Familie haben eine Entscheidung getroffen.“ Ein Genuss, dem Vollblutstürmer zu lauschen, denn der 29-fache ÖFB-Torschütze reduzierte seine Rückkehr ins Team auf jene Sache, um die es bei allen Nebengeräuschen vielen Kickern letztlich immer noch geht: „Ich bin wie immer stolz, beim Team zu sein. Und es ist eine Ehre, fürs Nationalteam alles zu geben. Wir sind Fußballer, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, und leben jeden Moment, den wir den Ball am Fuß haben und am Platz stehen können.“ Natürlich wäre das in einem vollen Stadion schöner.

Arnautovic trägt sein Herz auf der Zunge. Beim wiederholten Nachfragen zur schwelenden Teamchef-Frage lief er gestern auch etwas heiß: „Wir müssen als Mannschaft wieder zueinanderfinden. Es ist sinnlos, dass ich über den Trainer, seine letzte Chance oder eine Deadline reden muss. Vielleicht kommt ja der neue Präsident (Gerhard Milletich; Anm.) zu mir und sagt: ‚Hör zu, Marko, wenn du die nächsten zwei Spiele nicht triffst, dann ist es für dich vorbei.‘“

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Der rot-weiß-roten Auswahl wäre sehr geholfen, wenn „Arnie“ seine Emotionen mit all seiner fußballerischen Qualität wieder auf den Rasen bringt, denn er ist in einem in der Breite weiter qualitativ guten Kader einer der ganz wenigen Unterschiedsspieler, denen am anvisierten Weg zur WM in Katar eine Schlüsselrolle zukommen könnte. Zunächst geht es darum, zwei gute Spiele absolvieren: „Es zählt nicht der Arnautovic. Es zählt die Mannschaft, die nach vorne und nach hinten zusammenarbeiten muss. Dann können wir beide Spiele gewinnen.“ Und gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, in der FIFA-Rangliste weiter vorne und für die EM-Quali-Auslosung in Topf zwei zu bleiben. Damit wäre auch Foda sehr geholfen ...


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