Nehammer überreichte in Israel NS-Opfer-Nachkommen Staatsbürgerschaft

Die Zeremonie in der Botschaft in Tel Aviv war der Abschluss der Israel-Reise von Innenminister Karl Nehammer.

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Österreichs Innenminister Karl Nehammer und der israelische Außenminister Yair Lapid (re.) während eines Treffens am Mittwoch in Jerusalem.
© BMI/MAKOWECZ

Wien, Tel Aviv – Fünf Nachkommen von österreichischen NS-Opfern ist Donnerstagabend in der Botschaft in Tel Aviv von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) feierlich die österreichische Staatsbürgerschaft überreicht worden. „Wir werden nie vergessen und alles tun, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Österreich ist sich seiner Verantwortung bewusst", sagte Nehammer bei der Staatsbürgerschaftsverleihung.

„Wir tun alles, um Jüdisches Leben in Österreich zu fördern." In Österreich leben derzeit 8000 Juden, dank der Staatsbürgerschaftsnovelle seien es nun 16.000, sagte Nehammer augenzwinkernd und lud die neuen Staatsbürger ein, Wien zu besuchen. „Es ist eine Ehre für uns, Sie als neue Österreicher willkommen zu heißen", so der Innenminister.

Die Möglichkeit für Nachkommen von NS-Opfern, die österreichische Staatsbürgerschaft zu beantragen, wurde im September 2019 durch einen einstimmigen Beschluss des Nationalrats geschaffen, seit September 2020 sind Anträge möglich. Seitdem wurden über 8000 Anträge bewilligt, 2500 davon in Israel. Das Interesse ist laut Botschaft riesig. Die Gründe dafür seien oft emotional. „Für viele schließt sich damit ein Kreis", schilderte Botschafterin Hannah Liko. Viele nähmen die Staatsbürgerschaft aber auch aus praktischen Überlegungen an. (APA)


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