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Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz

Kaum eine Technologie inspiriert und irritiert die menschliche Fantasie ähnlich wie die Künstliche Intelligenz (KI). Mittlerweile ist sie bereits Teil unseres digitalen Alltags – ohne dass uns dies immer bewusst ist. Im zweiten Raiffeisen Expertentalk gibt KI-Expertin und Buchautorin Britta Daffner Einblick in ihre tägliche Arbeit als Practice Leader bei IBM.

Diskutierten über Chancen und Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz: RLB-Tirol-Vorstand Thomas Wass, KI-Fachfrau Britta Daffner und Moderatorin und Technologie-Netzwerkerin Anne Gfrerer.
© ARIA SADR SALEK

Die KI-Expertin erklärt anschaulich, worauf es bei der Entwicklung von KI-Anwendungen ankommt. Ihr Rat an die Unternehmen: Das offen zugängliche Wissen im Netz zu nutzen und dann mit kleinen Projekten loszustarten.

Insights einer Praktikerin

Lernen von den Besten: Das ist das erklärte Motto der Raiffeisen Expertentalks. Daher wurde die zweite Auflage der pandemiebedingt noch rein digitalen Gesprächsreihe im IBM Watson Center Munich gedreht – der KI-Zentrale des Tech-Konzerns und Arbeitsstätte von KI-Fachfrau Britta Daffner. Seit 2018 baut Britta Daffner in München den Geschäftsbereich KI und Data Science auf. Für Transformationsexpertin und Technologie-Netzwerkerin Anne Gfrerer, die die Raiffeisen Expertentalks konzipiert und moderiert und Britta Daffners beruflichen Werdegang schon seit vielen Jahren aufmerksam verfolgt, war von Anfang an klar, dass sie für diesen Themenkomplex die ideale Gesprächspartnerin und Auskunftsperson ist. „Als sogenannter Practice Leader ist sie in ständigem Austausch mit den Kund:innen von IBM, sie weiß also um deren Anforderungen und Pain Points im Bereich Datennutzung und -auswertung.“ Nachdem sie zahlreiche Unternehmen bei der Einführung von KI und Data Science begleite, kenne sie auch die Umsetzungspraxis aus nächster Nähe, so Gfrerer.

Von Siemens bis Lufthansa

Die Referenzliste von Daffners Bereich ist tatsächlich beachtlich: Für Siemens entwickelte man den virtuellen HR-Assistenten Carl – einen Chatbot, der den Mitarbeiter:innen häufig wiederkehrende Fragen aus dem Personalbereich rund um die Uhr beantworten kann. Vodafone gab zur Verbesserung seines Kundenservice ebenfalls einen Chatbot in Auftrag: Tobi, so der Name dieses Assistenten, sammelt die Kundenfragen quer über alle digitalen Kanäle ein. Bei Störungen oder technischen Problemen erhalten die Kund:innen also umgehend Antwort und müssen nicht mehr so wie früher in der Hotline ausharren. Auch Lufthansa nutzt von IBM trainierte KI-Algorithmen, um sein Beschwerdemanagement zu optimieren.

KI ist omnipräsent

KI ist längst Teil unseres Alltags. Allein unser Smartphone birgt ein ganzes Arsenal an KI-Anwendungen, angefangen bei Face-ID und Fotoerkennung bis hin zu digitalen Sprachassistenten wie Siri oder Google Assistant. Was die sozialen Medien uns an Inhalten ausspielen, basiert ebenso auf KI wie die individualisierten Empfehlungen der diversen Streaming- und E-Commerce-Anbieter. Und auch die mächtigste Suchmaschine der Welt wird durch unsere zahllosen Suchanfragen täglich intelligenter und treffsicherer. Denn wie Britta Daffner im Expertengespräch ausführt, ist Künstliche Intelligenz die Abbildung menschlicher Fähigkeiten über Algorithmen. Die Intelligenz entsteht dabei durch neuronale Netzwerke, die ähnlich wie der Mensch durch Feedback lernen.

Als Practice Leader berät und begleitet Britta Daffner (hier im Bild mit Expertentalk-Moderatorin Anne Gfrerer) IBM-Kunden wie Lufthansa und Siemens bei der Umsetzung von KI- und Data-Science-Projekten.
© ARIA SADR SALEK

Logik und Ethik

Daher geht es bei der Entwicklung von KI-Anwendungen primär darum, die Algorithmen mit dem entsprechenden Datenmaterial zu trainieren. Quantität und Qualität der verfügbaren Daten sind somit das Nonplusultra jeder KI-Anwendung. Letztlich hängt es aber an der Logik und den Regeln, die das Unternehmen, sprich der Mensch, dem Algorithmus vorgibt, wie die KI-Anwendung die verfügbaren Daten einsetzt und interpretiert. Daher sei es für eine breite Akzeptanz der KI ganz wichtig, „dass wir dem jeweiligen Algorithmus vertrauen können, weil seine Entscheidungen erklär- und nachvollziehbar und auch ethisch korrekt sind“, erklärt Daffner, die hier ganz klar den Gesetzgeber in der Pflicht sieht. Somit werde es künftig wohl auch Auditsysteme für Algorithmen geben.

Kleine Cases zum Starten

Das Potenzial von KI ist klarerweise gigantisch: Es reicht von der Automatisierung von Routinen bis hin zu gänzlich neuen Produkten und Dienstleistungen, die uns Kund:innen das Leben leichter und angenehmer machen sollen. Trotzdem mache das Thema wie jede disruptive Technologie vielen Menschen Angst, ist RLB-Vorstand Thomas Wass überzeugt. Es sei daher eine zentrale Managementaufgabe, mit diesen Ängsten konstruktiv umzugehen. Ähnlich wie Wass empfiehlt auch Daffner, mit kleinen Cases anzufangen. Das Netz biete bereits jetzt zahlreiche auch kostenlos verfügbare Tools, mit denen man einfache Anwendungen erproben könne. In einem zweiten Schritt sollte man das Thema dann in der eigenen Strategie verankern. Denn KI biete die einzigartige Chance, die Überlegenheit der Maschine für die eigene Unternehmensentwicklung kreativ und produktiv zu nutzen. Und gerade diese Fähigkeit, Chancen zu erkennen und zu verwerten, sei nach wie vor ganz klar Domäne des Menschen, so Daffner.


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