ÖFB-Team gelang mit 4:2-Sieg die Revanche gegen Israel

Zum Auftakt der Mission Wiedergutmachung fuhr Österreich am Freitag in Klagenfurt vor lediglich 4300 Zuschauern einen 4:2-Erfolg gegen Israel ein. Die Foda-Elf holte dabei zweimal einen Rückstand auf. Mann des Spiels: Joker Louis Schaub.

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Der Mann des Spiels: Louis Schaub traf nach seiner Einwechslung doppelt.
© GEPA pictures/ Matic Klansek

Klagenfurt – Österreichs Nationalmannschaft feierte am Freitag in der WM-Qualifikation gegen Israel nach zweimaligem Rückstand einen 4:2-Sieg. Der eingewechselte Louis Schaub schoss die ÖFB-Auswahl mit einem Doppelpack zum Sieg (62., 72.), davor hatten Marko Arnautovic (51./Elfmeter) beziehungsweise Nir Bitton (33.) und Dor Peretz (59.) getroffen. Für den Schlusspunkt sorgte Marcel Sabitzer (84.).

Das ÖFB-Team wahrte dank des verdienten Sieges vor dem letzten Match in der WM-Qualifikationsgruppe F die kleine Chance auf Endrang drei und sorgte auch bei Franco Foda für Aufatmen. Sollte auch die Abschlusspartie am Montag gegen Schlusslicht Republik Moldau gewonnen werden, darf sich der Deutsche berechtigte Hoffnungen machen, auch im WM-Play-off im März 2022 auf der Bank zu sitzen. Die Teilnahme am Kampf um die letzten Plätze für die Endrunde in Katar dürfte am Samstag fix werden.

⚽ WM-Qualifikation, Gruppe F

🟢 Österreich - Israel 4:2 (0:1)

  • Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 4300 Zuschauer, SR Hategan.
  • Tore: 0:1 (33.) Bitton, 1:1 (51.) Arnautovic (Elfmeter), 1:2 (59.) Dor Peretz, 2:2 (62.) Schaub, 3:2 (72.) Schaub, 4:2 (84.) Sabitzer

🟢 Moldau - Schottland 0:2 (0:1)

  • Tore: Patterson (38.), Adams (65.)

🟢 Dänemark - Färöer 3:1 (1:0)

  • Tore: Skov Olsen (18.), Bruun Larsen (63.), Maehle (93.) bzw. K. Olsen (89.)

Foda brachte von Beginn an neben Debütant Nicolas Seiwald etwas überraschend auch den Ötztaler Alessandro Schöpf, der möglicherweise nur wegen der Verletzung von Christoph Baumgartner in die Startformation rutschte. Der Hoffenheim-Profi musste wegen einer Muskelverletzung passen. Im Tor stand Watford-Reservist Daniel Bachmann, an vorderster Front begann wie erwartet Marko Arnautovic.

Der Bologna-Legionär leitete in der vierten Minuten den Ball weiter auf Marcel Sabitzer, dessen Schuss vom israelischen Goalie Ofir Marciano per Fußabwehr entschärft wurde. Eine schnelle Kombination der Österreicher in der 13. Minute endete mit einem Sabitzer-Versuch ins Außennetz, wenige Sekunden später schoss der Bayern-Mittelfeldspieler aus guter Position über das Tor.

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Der Sieg fühlt sich gut an, weil er ganz klar verdient ist. Für viele Faktoren, war der Sieg ganz wichtig, speziell nach dem 1:0 noch einmal zurückzukommen, dann nach dem Rückstand bei 2:1 nochmals so zurückzukommen ist etwas, das uns sehr gut tut.
David Alaba, ÖFB-Kapitän

Von den Israelis war in der Offensive wenig zu sehen. Halbwegs gefährlich wurde es nur bei einer Dribbling von Bachmann gegen Munas Dabbur (8.) und einem Fehlschuss von Dor Peretz (20.). Dennoch gingen die Gäste in Führung. Philipp Lienhart, der den Vorzug gegenüber Aleksandar Dragovic erhalten hatte, verschätzte sich bei einem weiten Abschlag, schien danach aber Dabbur regelkonform vom Ball getrennt zu haben. Der rumänische Schiedsrichter Ovidiu Hategan pfiff dennoch Freistoß, Bitton schoss aus gut 20 Metern Seiwald auf den angelegten Arm und der Ball fand den Weg ins Tor.

Die Hausherren suchten den schnellen Ausgleich, doch Sabitzer schoss neuerlich über die Latte (38.), Grillitsch scheiterte an Marciano (42.) und Arnautovic köpfelte daneben (44.). Nach dem Seitenwechsel wurde der Druck des ÖFB-Teams noch einmal höher, logische Folge war das 1:1. Lienhart wurde von Sun Menachem getroffen, den dafür verhängten Elfmeter verwandelte Arnautovic, auch wenn Marciano noch mit den Fingerspitzen dran war. Der Wiener hält damit nach 95 Länderspielen bei 30 Treffern, in der ewigen ÖFB-Schützenliste liegen nur noch Hans Krankl (34) und Toni Polster (44) vor dem 32-Jährigen.

🔴⚪🔴 Bestenlisten im ÖFB-Team

Die Spieler mit den meisten Einsätzen:

  1. Andreas Herzog 103 Spiele
  2. Aleksandar Dragovic 97
  3. Toni Polster 95 und Marko Arnautovic 95 *

Die Spieler mit den meisten Toren:

  1. Toni Polster 44 Tore (in 95 Länderspielen/1982-2000)
  2. Hans Krankl 34 (69/1973-1985)
  3. Marko Arnautovic 30 (95/seit 2008)

* Spieler noch aktiv

In der 56. Minute ließ Sabitzer die Chance auf das 2:1 aus, bei seinem Kopfball war einmal mehr Marciano zur Stelle. Völlig entgegen dem Spielverlauf ging Israel neuerlich in Führung. Christopher Trimmel verlängerte unfreiwillig einen Corner, Peretz überwand den entlang der Torlinie herumirrenden Bachmann mit einem Kopfball aus spitzem Winkel.

Kurz vor diesem Treffer war Schaub ins Spiel gekommen, und diese Einwechslung sollte sich bezahlt machen. Der Köln-Spieler traf an der Sechzehnergrenze mit einem Flachschuss zum 2:2 (62.) und sorgte zehn Minuten später auf sehenswerte Art und Weise für das 3:2. Arnautovic verarbeitete einen weiten Sabitzer-Pass perfekt und setzte Schaub ein, der zunächst einen Gegenspieler ins Leere grätschen ließ und danach Marciano überwand. Davor war ein Arnautovic-Lupfer über das Tor gesegelt (67.). Die Entscheidung brachte ein präziser Sabitzer-Distanzschuss, die Israelis konnten nicht mehr zusetzen und haben nun in fünf Auftritten in Österreich bei einem Remis vier Niederlagen kassiert.

4300 Zuschauer – Minusrekord!

Damit gelang den Österreichern auch die Revanche für das 2:5 im September in Haifa. Um Israel in der Abschlusstabelle noch zu enteilen, müssen der vor dem Match von der APA als Fußballer des Jahres ausgezeichnete David Alaba und seine Kollegen gegen die Moldauer mit drei Toren höher gewinnen als die punktegleichen Israelis daheim gegen die Färöer.

Das ÖFB-Team tritt am Montag wieder in Klagenfurt an, wo gegen Israel nur 4300 Zuschauer im Stadion saßen - Minusrekord für ÖFB-Heimländerspiele ohne Kapazitätsbeschränkungen. (APA, TT.com)


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