Nach Jahrhunderthochwasser: Es gibt noch viel zu tun in der Kelchsau

Die Arbeiten nach dem Jahrhunderthochwasser im Juli des Jahres in der Kelchsau bei Hopfgarten biegen langsam in die Zielgerade ein.

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Vor allem im Bereich des Glantersbergbrücke-Neubaus sind die Schäden vom Hochwasser noch allgegenwärtig.
© Angerer

Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. –Diesen Sommer wird man in der Kelchsau lange nicht vergessen. In der Nacht von 17. auf 18. Juli führten ergiebige Niederschläge in dem Hopfgartener Seitenteil zu einer Hochwasserkatastrophe. Es gab zum Glück keine Verletzten, aber der Schaden an der Infrastruktur war enorm. So wurden etwa eine Brücke weggerissen und die Straße ins Tal an mehreren Stellen unterspült oder weggerissen.

Bis heute sind noch nicht alle Schäden beseitigt. „Aber es geht gut voran“, zeigt sich Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer optimistisch. Mehrere Monate lang mussten die Kelchsauer über eine Behelfszufahrt über den Glantersberg zufahren, inzwischen können sie zumindest wieder die normale Straße benützen. Auch wenn sie noch nicht ganz fertig gestellt wurde. Der Grund dafür sind die Druckleitungen für das Kraftwerk Ehreit der Stadtwerke Wörgl, welche unter der Straße verlegt sind. „Hier gab es zum Teil Lieferprobleme, aber die letzten Teile werden nun geliefert“, sagt Sieberer. Dann sei ein weiterer wichtiger Schritt zur Normalität in der Kelchsau gemacht.

Die Arbeiten sind aber trotzdem noch nicht abgeschlossen. „Es laufen nun die Feinarbeiten“, schildert der Bürgermeister. Im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Kelchsauer Ache ist man auf weitere Schäden gestoßen „oder Bereiche, die abgesichert werden müssen. Das wird derzeit durchgeführt“, erklärt Sieberer.

Paul Sieberer (Bürgermeister): „Tirol und Bund sind uns sehr entgegengekommen, das hat wirklich sehr reibungslos funktioniert.“
© Angerer Harald

Ein besonders großer Brocken ist die zerstörte Brücke. „Die Brückenplanung ist inzwischen abgeschlossen“, sagt Sieberer. Nun laufen die wasser- und naturschutzrechtlichen Verfahren. „Ich bin wirklich froh, wie schnell das alles bisher gegangen ist“, freut sich der Bürgermeister und hofft, schon bald mit dem Bau der Brücke beginnen zu können. „Wenn alles weiter so reibungslos läuft, könnte mit der nächsten Niederwasserperiode mit den Bauarbeiten der Brücke gestartet werden“, schildert Sieberer. Das wäre dann schon im kommenden Februar. Die Kosten für die Brücke stehen noch nicht fest, man gehe aber weiter von den geschätzten 700.000 Euro aus. „Die Ausschreibung erfolgt nun und erst dann wissen wir eine genaue Summe. Ich hoffe aber, dass wir in diesem Bereich bleiben“, erklärt Sieberer.

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Die Kosten für die Schäden in der Kelchsau haben ihm vor allem zu Beginn große Sorgen bereitet. Der größte Posten ist der Wasserbau mit geschätzten Kosten in der Höhe von 3,6 Millionen Euro, hier trifft es die Gemeinde Hopfgarten mit 1,2 Millionen. Strom, Wasser und Kanal wurden mit weiteren 300.000 Euro veranschlagt. Alles zusammen rechnet der Bürgermeister mit Kosten von 2,2 Millionen Euro für die Gemeinde. Eine Summe, welche Hopfgarten alleine nicht stemmen kann, betonte Sieberer nach den ersten Kostenschätzungen im Sommer und bat Bund und Land um Hilfe. Und diese kam auch, wie Sieberer nun schildert. „Das Land Tirol und der Bund sind uns sehr entgegengekommen, das hat wirklich sehr reibungslos funktioniert“, sagt Sieberer.


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