US-Militär vertuschte Luftangriffe mit Zivilopfern in Syrien

Wie die "New York Times" berichtete, sind bei den Angriffen gegen die Extremistengruppe IS (Daesh) bis zu 64 Frauen und Kinder getötet worden.

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US-Drohne in einem Hangar in Kuwait. (Symbolfoto)
© MICHAEL MASON

New York – Der "New York Times" zufolge hat das amerikanische Militär im Jahr 2019 offenbar mehrere Luftangriffe in Syrien vertuscht, bei denen viele Zivilisten ums Leben kamen. Wie das Blatt am Samstag (Ortszeit) berichtete, sind bei den Angriffen gegen die Extremistengruppe IS (Daesh) bis zu 64 Frauen und Kinder getötet worden. Laut der Zeitung bestätigte das US-Zentralkommando die Angriffe zum ersten Mal in dieser Woche und bezeichnete sie als gerechtfertigt

Zwei aufeinanderfolgende Luftangriffe in der Nähe der Stadt Baghouz wurden dem Bericht zufolge von einer geheimen amerikanischen Spezialeinheit angeordnet, die für Bodenoperationen in Syrien zuständig war. Einer Erklärung zufolge seien die Angriffe legitime Selbstverteidigung gewesen und man habe angemessene Schritte unternommen, um die Anwesenheit von Zivilisten auszuschließen. "Wir verabscheuen den Verlust von unschuldigem Leben und ergreifen alle möglichen Maßnahmen, um dies zu verhindern. In diesem Fall haben wir den Angriff selbst gemeldet und nach unseren eigenen Erkenntnissen untersucht und übernehmen die volle Verantwortung für den unbeabsichtigten Verlust von Menschenleben", so das Zentralkommando, das die US-Luftoperationen in Syrien überwacht.

Gegenüber der "New York Times" bekräftigte das Militär, dass bei den Angriffen 80 Menschen getötet wurden, darunter 16 Kämpfer des IS und vier Zivilisten. Laut dem Zentralkommando sei unklar, ob die anderen 60 Personen Zivilisten waren, auch weil es sich bei Frauen und Kindern auch um Kämpfer gehandelt haben könnte.

Der Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums leitete zwar eine Untersuchung des Vorfalls vom 18. März 2019 ein, erwähnte die Angriffe in seinem Bericht allerdings nicht. Eine gründliche, unabhängige Untersuchung habe nie statt gefunden, so die Zeitung. Die "New York Times" erklärte weiter, ihr Artikel über den Vorfall basiere auf vertraulichen Dokumenten und Beschreibungen von geheimen Berichten sowie auf Interviews mit direkt beteiligten Mitarbeitern. (APA/Reuters)


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