ÖSV-Doppelsieg! Hirschbühl um einen Wimpernschlag schneller als Raschner

Rot-weiß-rote Festspiele beim Parallel-Riesentorlauf in Lech/Zürs: Christian Hirschbühl feierte seinen ersten Weltcupsieg. Der Vorarlberger verwies im Finale den Tiroler Podestplatz-Debütanten Dominik Raschner um 0,07 Sekunden auf Platz zwei.

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Dominik Raschner und Christian Hirschbühl fuhren den ÖSV-Doppelsieg in Lech ein.
© EXPA/JOHANN GRODER

Lech/Zürs – Christian Hirschbühl hat am Sonntag den Parallelbewerb in Lech/Zürs gewonnen und seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Der 31-jährige Vorarlberger setzte sich im rein österreichischen Finale gegen den Tiroler Dominik Raschner durch, Dritter wurde der Norweger Atle Lie McGrath nach einem Duellerfolg gegen seinen Landsmann Henrik Kristoffersen. Das Rennen fand vor 3000 Zuschauern statt und war das einzige mit diesem Format in diesem Winter, beim Finale folgt noch ein Teamevent.

Der Qualifikationsschnellste Raschner zeigte bis zum allerletzten Lauf eine souveräne Vorstellung, setzte sich im Achtelfinale gegen den Belgier Armand Marchant durch, im Viertelfinale gegen den Slowenen Stefan Hadalin und im Halbfinale gegen McGrath. Hirschbühl indes überzeugte in jedem seiner K.o.-Duelle gegen den Slowenen Zan Kranjec, den Kanadier Trevor Philp und Kristoffersen mit sehenswerten Aufholjagden im Re-Run. So auch im Finale auf dem roten Kurs.

Raschner: „Das ist einfach geil"

„Ich habe mich von den Rückständen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich check das jetzt grad nicht, das ist unglaublich", sagte Hirschbühl, der für den ersten Erfolg eines Vorarlbergers seit Christian Greber vor zwanzig Jahren sorgte. Es ist für ihn erst der zweite Top-Fünf-Rang in der Laufbahn in einem Weltcupbewerb nach Platz vier 2017 im Slalom von Wengen.

Raschner erreichte den zweiten Top-Ten-Rang seiner Karriere, vor einem Jahr war er ebenfalls im Parallelbewerb in Lech/Zürs Neunter. Der um 7/100 Sekunden knapp verpasste Triumph ärgerte ihn nicht. „Ich freue mich so über den zweiten Platz, das ist einfach geil, muss ich sagen. Ich habe einfach probiert, mein bestes Skifahren abzurufen, das ist mir gelungen."

Nach Platz zwei für Roland Leitinger im Sölden-Riesentorlauf ging es also auch im zweiten Saisonrennen für die ÖSV-Männer aufs Stockerl. „Der Riesentorlauf war nicht unsere beste Disziplin, jetzt sind wir zurück. Das ist zwar nur Parallel, aber wir fahren mit dem Riesenski", sagte ÖSV-Sportdirektor Anton Giger. Hirschbühl führt wie der in Lech/Zürs nicht gestartete Sölden-Sieger Marco Odermatt (Schweiz) den Gesamtweltcup an, Österreich übernahm Rang eins in der Nationenwertung vor der Schweiz.

Adrian Pertl besiegte in der Runde der 16 den Deutschen Alexander Schmid, musste sich danach aber McGrath geschlagen geben. Nach einem Sieg gegen Hadalin und einer Niederlage gegen Philp wurde er Sechster. „Ich wäre gern weitergekommen, aber ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Ein bissl was hat gefehlt, dass es noch weiter nach vorne geht."

Pinturault scheiterte in der Quali

Im Achtelfinale Endstation war für Stefan Brennsteiner (11.), der sich Kristoffersen nur um 2/100 Sekunden geschlagen geben musste. „Im ersten Lauf sind mir ein bisserl die Pferdl durchgegangen, der zweite war sehr gut. Bissl bitter, wenn man das im ersten so weghaut. Ich hätte es fast noch umgedreht, aber ich bin gegen einen relativ starken Gegner gefahren", sagte Brennsteiner.

Vorjahressieger Alexis Pinturault, Schnellster des ersten Quali-Laufs vor Raschner, beging im zweiten Heat am Vormittag gegen Kristoffersen einen Torfehler und war im abendlichen Finale nicht mit dabei. „Mit einem kleinen Fehler ist man zu weit, das ist schade. Parallel ist immer etwas eine Überraschung", meinte der Franzose, der im Gesamtweltcup wertvolle Zähler liegenließ. Punkte gab es für Thomas Dorner (25.) und Patrick Feurstein (29.), Fabio Gstrein (36.) und Michael Matt (Ausfall) gingen leer aus. (APA, TT.com)


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