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„Die Welt auf deinem Löffel“: Innsbrucker Streetfood jetzt auch als Kochbuch

Mit ihrem „Futterkutter"-Gourmetfahrrad sind Martin Schümberg und Georg Waldmüller seit drei Jahren in Innsbruck unterwegs. Nach der Falstaff-Auszeichnung folgt nun ihr erstes eigenes Kochbuch – eine kulinarische Reise um die Welt.

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Georg Waldmüller und Martin Schümberg (v.l.) laden in ihrem Kochbuch zu einer kulinarischen Reise ein.
© TARGET GROUP / Franz Oss

Innsbruck – Was machen ein Klima- und Gletscherforscher und ein Architekt, wenn sie sich beruflich neu orientieren wollen? Sie bauen ein holländisches Lastenfahrrad zur Genussküche aus: Das ist die Geschichte von Martin Schümberg (37) und Georg Waldmüller (33). Die engagierten Hobbyköche haben sich 2017 zusammengesetzt und wollten eigentlich ein eigenes Bistro in Innsbruck eröffnen. „Wir hatten schon alles unter Dach und Fach, die alten Jobs waren gekündigt“, erinnert sich Waldmüller an die Startphase. Doch es sollte anders kommen, der Mietvertrag für das anvisierte Lokal platzte und es brauchte eine Alternative.

Entstanden ist der Futterkutter, ein Gourmetfahrrad, das Innsbrucker inzwischen schon zum Stadtbild zählen. Mit ihm kommen die Schöpfgerichte, die in der Ing.-Etzel-Straße in der eigenen Küche vorproduziert werden, am Franziskanerplatz an den Kunden. Im Angebot ist nach dem Motto „Die ganze Welt auf deinem Löffel“ Internationales von der syrischen Linsensuppe bis zum indischen Kichererbsencurry. Mit einem zweiten Kutter sind die Food-Pioniere sei einigen Monaten im Innenhof der alten Hauptpost in der Maximilianstraße präsent.

Viel Geschmack im Glas: Martin Schümberg (l.) und Georg Waldmüller sind die Kapitäne hinter dem Innsbrucker Futterkutter.
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

➢ Von Falstaff ausgezeichnet: Zum ersten Mal hat sich im Jahr 2021 das Gourmetmagazin Falstaff dem Thema Streetfood angenommen. „Street Kitchen ist im Kommen und lädt zur unkomplizierten Entdeckungsreise ein. Die wachsende Vielfalt trifft den Geschmack der Genuss-Community“, argumentiert Falstaff-Herausgeber Wolfgang M. Rosam. Bei diesem Trend treffen zwei Welten aufeinander, die ursprünglich wenig voneinander wussten. Da ist zum einen der Wunsch nach einer unkomplizierten, schnellen Küche ohne das Regelwerk der klassischen Gastronomie. Und zum anderen die Sehnsucht nach einem qualitativ hochwertigen Angebot auf internationalem Niveau. „Easy eating“ nennt das die Branche.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat Falstaff einen digitalen Guide veröffentlicht. Basis für die Bewertungen der einzelnen Anbieter waren 20.000 Stimmen der Falstaff-Community. Für den Innsbrucker Futterkutter gab es den ersten Platz in Tirol. Es wurden 94 von 100 möglichen Punkten erreicht. Auf dem zweiten Platz rangieren gleichauf die Smokerei (Wattens), das Jati (Sölden) und das Burgerrestaurant Ludwig (Innsbruck).

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➢ Mit Leidenschaft und Authentizität: „Eine wirklich schöne Überraschung war das“, sind sich Waldmüller und Schümberg einig. Und eine Anerkennung, die guttut. Viel Energie ist in den letzten Jahren in den Kutter geflossen. Ohne Leidenschaft wäre das nicht gegangen. „Ich glaube, dass es so gut läuft, hat sicher damit zu tun, dass wir das wirklich sehr gerne machen. Dann wird es auch gut“, meint Waldmüller.

Dass die Gerichte in Innsbruck, egal ob sie nun aus der israelischen, thailändischen, italienischen oder heimischen Küche stammen, so authentisch wie möglich sind, darauf legen Schümberg und Waldmüller großen Wert. „Am Anfang war das Curry wirklich sehr scharf“, müssen die beiden grinsen. Da habe man sich den Gästen doch ein wenig annähern müssen. Aber nur ein wenig. „Wir haben zum Glück ein sehr aufgeschlossenes Publikum bei uns am Futterkutter“, meint Martin Schümberg. Und in Sachen Qualität? „Wir kochen immer ganz frisch mit guten Zutaten. Einen Suppenwürfel gibt’s bei uns nicht.“

Klimaneutral: Mit dem Kulinarik-Radl in Innsbruck unterwegs.
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

Tipps und Rezepte der „Kutter-Kapitäne" in Buchform

Ihr Motto der kulinarischen Weltreise haben Schümberg und Waldmüller nun erstmals auch in Buchform festgehalten: „Die Welt auf deinem Löffel“ (erschienen am 5. November bei der Target Group, erhältlich bei Tyrolia um 29 Euro) enthält rund 60 Rezepte – gegliedert nach Kontinenten.

Die „Futterkutter"-Rezepte gibt es jetzt auch im Kochbuch.
© TARGET GROUP

Darunter sind einerseits Futterkutter-Klassiker wie Suppen, Currys und Phos, andererseits aber etwa auch Süßwasser-Bouillabaisse oder Süßspeisen, die sich am Stand nicht anbieten lassen. Außerdem kommen sowohl Vegetarier und Veganer als auch Fleischesser auf ihre Kosten. Inspiration haben sowohl Reisen, insbesondere nach Asien, geliefert als auch die Küche der Eltern, erzählen die „Kutter-Kapitäne".

Menü aus dem Futterkutter-Repertoire:

💡 Tipp der Profis: Traut euch zu würzen! Sollte mal ein Fehler passieren, hat man für’s nächste Mal dazugelernt.

🍴 Nepalesischer Gurkensalat mit Erdnüssen und Koriander


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