Ausstellung von Holger Endres: Terzette aus Organik, Farbe und Geometrie

  • Artikel
  • Diskussion
Bei Kugler: „Le Grand Poulet“ (bleu) von Holger Endres.
© Galerie Kugler

Innsbruck – Wer sich vielleicht noch an die schwarzen und weißen Halbkreise erinnert, die der deutsche Künstler Holger Endres vor zwei Jahren in der Galerie Kugler auf mittelgroßen Formaten „tanzen“ ließ, muss sich bei seinem aktuellen Gastspiel am selben Ort umorientieren. Eröffnen diesmal doch zwei bzw. drei vage organische Formen exakt geometrisch definierte, von jeweils zwei Farben dominierte virtuelle Räume. Wobei es in Sachen Sinnlichkeit einen großen Unterschied macht, ob der 50-jährige Mannheimer, der eigentlich vom Performativen herkommt, bevor er an der Karlsruher Akademie u. a. bei Elke Krystufek Malerei studiert hat, ein Orange mit einem Blau, ein Rot mit einem Gelb oder ein Blau mit einem Grün kombiniert.

„Paris“ – ob die Stadt oder der schöne Jüngling aus der griechischen Mythologie gemeint war, blieb ungewiss – nannte Holger Endres 2019 seine Innsbrucker Ausstellung, dass seine nun präsentierten Bilder in Paris entstanden sind, ist Fakt. Allerdings in einem durch den Lockdown scheinbar menschenleeren Paris, was, weil ganz auf sich selbst zurückgeworfen, seine Wahrnehmung geschärft habe, ihm aber auch die Ruhe gab, sich allein auf seine Kunst zu konzentrieren, so Endres.

Um auf großen Leinwänden Bilder zu entwerfen, die zwar in Öl gemalt sind, allerdings unter Vermeidung jeglicher Pastosität. Farbflächen rund um weiße Formen ausbreitend, die sich zwar sehr ähneln, aber nie wirklich identisch sind. Ob diese undefinierbaren gerundeten Körper wichtiger sind als das streng geometrisch durch weiße Rahmen begrenzte Drumherum, bleibt offen. Auch, ob es hier um Schichtungen oder Auslassungen geht, um ein Davor und Dahinter oder schlicht und einfach um ein fein ausgeklügeltes Miteinander.


Kommentieren


Schlagworte