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Engpässe vor Weihnachten: Advent, Advent, die Lieferkette brennt

Die Geschäfte sind offen, die Sparquoten hoch, nun kommen dem Weihnachtsgeschäft Lieferengpässe in die Quere. Vom Pullover bis zur Playstation – bei manchen Produkten heißt es nun schnell sein.

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Noch ist das Lager voll, beruhigt Alexandra Rizk vom Spielwarenladen Frechdax in Telfs. Was weg ist, komme aber nicht mehr nach.
© Thomas Böhm

Von Anna Haselwanter

Innsbruck – Die Warenströme stocken, die Globalisierung ist aus dem Gleichgewicht geraten und statt Lichter- dominieren diesen Advent die Lieferketten das Geschehen. Denn was zunächst nur Baubranche und Autoindustrie betraf, weitet sich auf den Einzelhandel aus: materielle Engpässe. Ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft werden Spielkonsolen, Bücher und Skitourenschuhe rar. „Seit Wochen haben Vertreter und Verlage gewarnt, dass wir anständig bestellen sollen“, sagt Barbara Kumpitsch, Filialleiterin der Buchhandlung Tyrolia in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße, „aber dass sich die Beschaffungsknappheit in dieser Form bewahrheiten würde, hätte ich nicht gedacht“.

Aufgrund des Papiermangels und den damit verbundenen hohen Preisen gebe es Probleme in den Druckereien. Im schlechtesten Fall könnten einige Bestseller nicht mehr nachgedruckt werden, sagt Kumpitsch. Heißt: „Aktuell haben wir noch alles da, aber bei allem, was jetzt ausgeht, können wir nicht garantieren, dass wir es vor Weihnachten wieder bekommen.“

Ähnlich auch der Tenor aus der Spielwarenbranche. „Im Moment ist unser Lager voll“, beruhigt Alexandra Rizk, Inhaberin der Frechdax Spiele in Telfs. Wie es mit Nachbestellungen aussieht, sei aber unklar. Denn „die Ware steht in China und auf den Containerschiffen ist kein Platz mehr“. Manche Firmen würden nun verzweifelt versuchen, die Ware auf dem Landweg nach Europa zu bringen, ob das – vor allem vor Weihnachten – funktioniert, ist aber fraglich. Dass im Umkehrschluss heimische Unternehmen profitieren, glaubt Rizk nicht: „Es gibt kaum Firmen in Europa, die Spielwaren produzieren – und selbst wenn, dann fehlen ihnen gewisse Teile, die sie zukaufen.“ Punktuell könne es deshalb dazu kommen, dass Produkte nicht mehr erhältlich sein werden.


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