Entführung nur ausgedacht: Joggerin (17) in Frankreich gestand Lüge

Das rätselhafte Verschwinden einer jugendlichen Joggerin hält Frankreich seit Tagen in Atem. Als die junge Frau gefunden wird, berichtet sie von einer Entführung. Nun räumt sie ein, gelogen zu haben. Hintergründe ihres Handelns sind bislang unklar.

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(Symbolbild)
© Sebastian Gollnow

Paris – Die Geschichte einer jugendliche Joggerin, die vermeintlich in Frankreich entführt worden war, hat sich nun als Lüge herausgestellt. Die 17-Jährige gab zu, sich die Entführung nur ausgedacht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Laval mitteilte. Untersuchungen sollten Näheres zur Persönlichkeit der Jugendlichen herausfinden. Ihr Verhalten sei zum jetzigen Zeitpunkt unerklärlich.

Die 17-Jährige war am Montagnachmittag zum Joggen bei einem Waldstück aufgebrochen und nicht nach Hause zurückgekehrt. Ihr Vater meldete sie daraufhin bei der Gendarmerie als vermisst. Zwischenzeitlich suchten bis zu 200 Einsatzkräfte nach der Joggerin. Auch Hundestaffeln und eine Wassertruppe waren an dem Großeinsatz beteiligt. Es liefen Untersuchungen zu einer möglichen Entführung.

Am Dienstagabend tauchte die 17-Jährige dann einige Kilometer von dem Waldstück entfernt in Sablé-sur-Sarthe auf, leicht verletzt und in einem Schockzustand. Laut der Staatsanwaltschaft hatte die Jugendliche zunächst angegeben, angegriffen und mit einem Auto zu einem Haus gebracht worden zu sein. Sie habe den Entführern aber entkommen können.

Dies sei nicht geschehen, gab die 17-Jährige nun zu. Sie habe ihr T-Shirt mit einer Schere zerschnitten, Wunden habe sie von einem Unfall davon getragen. Sie sei zu Fuß nach Sablé-sur-Sarthe gelaufen. Dass sie ein solches Aufgebot ausgelöst habe, tue ihr leid. Der mysteriöse Fall hatte französische Medien Tage lang beschäftigt. (dpa)


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