Entgeltliche Einschaltung
Analyse

TT-Analyse zur Klimakonferenz: Von Sprechblasen und Ungereimtheiten

Die 26. Weltklimakonferenz in Glasgow mit ihren Zehntausenden Delegierten ist geschlagen. Was dabei herausgekommen ist: Vereinbarungen und Beschlüsse, die Politiker als historisch und Umweltaktivisten wie Greta Thunberg als „Bla bla bla“ bezeichnen. Vieles sollte, könnte und müsste – doch so sein wird dann wohl nur wenig.

Der Konjunktiv triumphierte ebenso wie Zahlenspiele, die für den Laien nicht einmal mehr ansatzweise durchschaubar sind. Gefordert waren in Glasgow in erster Linie die Redenschreiber der Politiker, die sich mit ihren Appellen selbst übertrafen. „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Uhr des Weltuntergangs“, orakelte etwa der britische Regierungschef Boris Johnson als Gastgeber. „Lasst und diese Bombe entschärfen“, mahnte er die Teilnehmer der rund 200 Staaten zu Konferenzbeginn, um dann mit seinem Privatjet von Glasgow zu einem privaten Dinner nach London zu entschweben.

Auch UNO-Chef António Guterres wählte drastische Worte: „Wie schaufeln uns unser eigenes Grab“, erklärte er angesichts des globalen Versagens im Kampf gegen die Erderwärmung. Gefeiert wurde zum Abschluss der Mega-Konferenz, dass sich die Staaten auf ein Ende der Kohleverbrennung einigten. Allerdings ist nicht von einem Ausstieg, sondern nur von einem schrittweisen Abbau die Rede. Auch das Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel – die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter – ist zwar nett, die Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen um 45 Prozent noch in diesem Jahrzehnt scheint nach derzeitigem Stand aber schlicht unerreichbar.

Und übrigens: Die Technologie der Zukunft ist derzeit vielerorts noch vorsintflutlich und alles andere als nachhaltig. So ist etwa der Hunger nach prekären Rohstoffen wie Kobalt, Kupfer oder Nickel für Akkus, die Elektroautos antreiben, enorm. Auch dafür wird Raubbau an der Natur betrieben. Ein „Weiter so“ nur mit anderer Verpackung wird nicht viel ändern. Es geht um ein neues Bewusstsein, auch und gerade im Kleinen. Das muss transparent erklärt, nicht einfach verordnet werden.

Verwandte Themen

Entgeltliche Einschaltung