43 in Österreich tätige Forscher unter meistzitierten Wissenschaftern

6602 Personen aus mehr als 70 Ländern zählen zum „Who is who" der weltweit einflussreichsten Forscher. Die meisten davon arbeiten in den USA, China holt rasch auf.

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Wien – Der Datenkonzern Clarivate hat am Dienstag die Liste der „Highly Cited Researchers 2021" veröffentlicht. Demnach bilden 6602 Personen aus mehr als 70 Ländern das oberste Prozent der am meisten zitierten Wissenschafter. Im neuen „Who is who" der weltweit einflussreichsten Forscher finden sich 43 zumindest teilweise in Österreich tätige Forscher, im Vorjahr waren es 37.

Das zu Clarivate gehörende „Institute for Scientific Information" (ISI) hat für die Analyse wissenschaftliche Arbeiten herangezogen, die im Zeitraum von 2010 bis 2020 veröffentlicht und zitiert wurden. Als „Highly Cited Researcher" gelten alle jene Forscher, die in ihrem wissenschaftlichen Gebiet im Erhebungsjahr im obersten Prozent rangieren und damit einen bedeutenden Einfluss auf ihr Fachgebiet ausgeübt haben. Wie oft eine Arbeit von anderen Fachkollegen zitiert wurde, gilt neben der Zahl von Publikationen in Fachzeitschriften als Maß für die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit eines Forschers.

USA verlieren, China gewinnt

Die meisten der einflussreichsten Wissenschafter arbeiten nach wie vor in den USA: 2622 US-Forscher stellen 39,7 Prozent aller Personen auf der Liste. Der US-Anteil sinkt allerdings, 2018 waren es noch 43,3 Prozent. China holt dagegen rasch auf und stellt mittlerweile 935 Forscher auf der Liste. Damit hat das Land seinen Anteil seit 2018 auf 14,2 Prozent nahezu verdoppelt. Auf den weiteren Plätzen folgen Großbritannien (492 „Highly Cited Researchers"), Australien (332), Deutschland (331), die Niederlande (207), Kanada (196), Frankreich (146), Spanien (109) und die Schweiz (102).

„Österreichs globaler Anteil an dieser wissenschaftlichen Elite ist von 0,6 auf 0,7 Prozent gestiegen", betonte ISI-Analyst David Pendlebury in einem Statement gegenüber der APA – und dies obwohl China vielen anderen Industrienationen Anteile abgenommen habe. „Das ist keine kleine Leistung", so Pendlebury, wenn eine Nation ihren Anteil erhöhe wie Österreich, „bedeutet das, dass sie real vorankommt".

Mit 214 Namen auf der Liste ist die Harvard University weiterhin die Institution mit der höchsten Konzentration an meistzitierten Forschern weltweit. Schon knapp dahinter kommt die Chinesische Akademie der Wissenschaften (193), gefolgt von der Stanford University (122), den National Institutes of Health (93) in den USA und der Max Planck-Gesellschaft (70) in Deutschland.

Nur zwei Frauen unter Österreichs Top-Forschern

Unter den 43 in Österreich tätigen Forschern sind mit der Biotechnologin Angela Sessitsch vom Austrian Institute of Technology (AIT) und der Bodenbiologin Sophie Zechmeister-Boltenstern von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien nur zwei Frauen. Zwei Forscher des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien haben es geschafft, gleich in mehreren Kategorien den „Highly Cited Researchers" anzugehören: Keywan Riahi zählt zu den nur 23 Forschern auf der gesamten Liste, die in drei oder mehr Gebieten zu den weltweit einflussreichsten Forschern gehören – im Fall Riahi sind das die Erdwissenschaften, Umwelt und Ökologie sowie die Sozialwissenschaften. Petr Havlik wird in Umwelt und Ökologie sowie in den Sozialwissenschaften genannt.

19 Wissenschafter aus Österreich finden sich in der Kategorie „Cross-Field". In diesem Bereich für fachübergreifende Arbeiten sind Personen vertreten, die starken Einfluss auf mehrere wissenschaftliche Gebiete haben. Sechs Nennungen gibt es im Bereich Physik, jeweils fünf in Umwelt und Ökologie sowie in Erdwissenschaften, vier in Sozialwissenschaften, drei in Klinischer Medizin und jeweils zwei in Neurowissenschaften und Verhalten sowie in Mikrobiologie.

Eine Reihung nach Institutionen ist schwierig, da Forscher an mehreren Einrichtungen tätig sein können. Laut Zuordnung von Clarivate liegt die Universität Wien mit zehn Namen auf der Liste an erster Stelle vor dem IIASA mit acht Namen (bzw. aufgrund der Doppel- bzw. Dreifachnennung von Riahi und Havlik mit elf Einträgen). Sieben Wissenschafter von der Liste arbeiten an Einrichtungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Stark vertreten ist auch die Boku mit fünf „Highly Cited Researcher". (APA)

Liste der in Österreich tätigen „Highly Cited Researcher":

  • Markus Aspelmeyer, Physik, Uni Wien/ÖAW
  • Thomas Blaschke, Cross-Field, Uni Salzburg
  • Rainer Blatt, Physik, Uni Innsbruck/ÖAW
  • Christoph Bock, Cross-Field, ÖAW/Medizin-Uni Wien
  • Holger Daims, Mikrobiologie, Uni Wien
  • Wouter Dorigo, Erdwissenschaften, Technische Universität Wien
  • Karl-Heinz Erb, Umwelt und Ökologie, Boku Wien
  • Franz Essl, Umwelt und Ökologie, Uni Wien
  • Franz Fazekas, Cross-Field, Medizin-Uni Graz
  • Oliver Fricko, Cross-Field, IIASA
  • Gerald Gartlehner, Sozialwissenschaften, Donau-Uni Krems
  • Michael Gnant, Cross-Field, Medizin-Uni Wien
  • Helmut Haberl, Cross-Field, Boku Wien
  • Petr Havlik, Umwelt und Ökologie/Sozialwissenschaften, IIASA
  • Georg Hoffmann, Cross-Field, Uni Wien
  • Kurt Huber, Klinische Medizin, Wilhelminenspital/Sigmund Freud Privat-Uni
  • Thomas Kastner, Cross-Field, Uni Klagenfurt (mittlerweile Boku, Anm.)
  • Zbigniew Klimont, Erdwissenschaften, IIASA
  • Jürgen Knoblich, Cross-Field, ÖAW
  • Fridolin Krausmann, Cross-Field, Boku Wien
  • Georg Kresse, Physik, Uni Wien
  • Volker Krey, Cross-Field, IIASA
  • Hans Lassmann, Neurowissenschaften, Medizin-Uni Wien
  • Michael Obersteiner, Umwelt und Ökologie, IIASA
  • Werner Poewe, Neurowissenschaften, Medizin-Uni Innsbruck
  • Thomas Rattei, Cross-Field, Uni Wien
  • Keywan Riahi, Umwelt und Ökologie/Erdwissenschaften/Sozialwissenschaften IIASA
  • Andreas Richter, Cross-Field, Uni Wien
  • Christian Roos, Physik, Uni Innsbruck/ÖAW
  • Gerd Schatzmayr, Cross-Field, BIOMIN GmbH
  • Erwin Schmid, Cross-Field, Boku Wien
  • Angela Sessitsch, Cross-Field, AIT
  • Josef Smolen, Klinische Medizin, Medizin-Uni Wien
  • Herbert Tilg, Klinische Medizin, Medizin-Uni Innsbruck
  • Hugo Valin, Cross-Field, IIASA
  • Arndt von Haeseler, Cross-Field, Uni Wien
  • Yoshihide Wada, Erdwissenschaften, IIASA
  • Michael Wagner, Mikrobiologie, Uni Wien
  • Wolfgang Wagner, Erdwissenschaften, Technische Universität Wien
  • Mathew P. White, Sozialwissenschaften, Uni Wien
  • Sophie Zechmeister-Boltenstern, Cross-Field, Boku Wien
  • Anton Zeilinger, Physik, ÖAW
  • Peter Zoller, Physik, Uni Innsbruck/ÖAW

Die internationale Liste sowie weitere Details HIER.


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