Gebirgiges, gebaut aus Farben und Sand von Josef Winkler

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Das Innsbrucker artdepot widmet Josef Winkler, der trotz seiner 95 Jahre täglich in seinem Wiener Atelier malt, eine Personale.
© Schlocker

Innsbruck – Der Tiroler Maler und Grafiker Peter Blaas ist ein äußerst kritischer Beäuger der Arbeiten von Kollegen, von denen Josef Winklers sei er aber regelrecht begeistert gewesen, freut sich Birgit Fraisl, die in ihrem artdepot dem 95-jährigen Wiener ihre aktuelle Personale widmet. Bestückt mit ganz neuen bzw. in den vergangenen zehn Jahren entstandenen Bildern sowie einigen kleinen Skulpturen.

Wobei die Unterscheidung zwischen beiden Genres bei dem Boeckl- und Dombrowsky-Schüler gar nicht so leicht zu treffen ist. Sind doch auch die zu wahren Farbgebirgen sich türmenden Malereien Zwitter aus Zwei- und Dreidimensionalem. Weshalb die mit Farbe als Bindemittel aus Bruchstücken von Ziegeln gemachten Skulpturen nur einen Schritt weiter in Winklers konsequentem Tun bedeuten.

Nach frühen Ausflügen ins Surreale legte Winkler für einige Jahrzehnte den Pinsel aus der Hand, um ihn in den 1990er-Jahren wieder in diese zu nehmen. Was einen absoluten Neubeginn bedeutete, war nun doch alles Gegenständliche aus seiner Kunst verschwunden zugunsten eines prozesshaft informellen Tuns. Dominiert von einer in Acryl auf mittelgroßen Formaten in einer bisweilen sehr gestisch in einem monochromen Kolorit ausgebreiteten Malerei, akzentuiert durch zarte, wie unlesbare Schriftzeichen daherkommende grafische Strukturen. Wobei Winkler die Farben gern auch mit Sand vermischt oder seine Malerwerkzeuge effektvoll zum Teil der Komposition macht.

Wieder geben wird es im Schaufenster des artdepot auch heuer einen Kunst-Adventkalender. Täglich neu bestückt mit in jeder Weise unterschiedlichen Arbeiten. (schlo)

Öffnungszeiten

Artdepot. Riesengasse 8, Innsbruck; bis 23. Dezember, Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr


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