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Streit mit Versicherungen: Schnee von gestern in Osttirol wird Fall für die Gerichte

Hausbesitzer in Osttirol klagen, weil ihre Versicherung die Kosten fürs Dachabschöpfen im letzten Winter nicht übernehmen will.

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Selber schaufeln: Während der starken Schneefälle im letzten Winter blieb vielen Hausbesitzern in Osttirol nichts anderes übrig. Alle Firmen, die diese Arbeit übernehmen, waren heillos ausgebucht.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – Das Drama mit dem vielen Schnee vom vergangenen Winter in Osttirol ist noch nicht für alle vorüber. Es wird ein gerichtliches Nachspiel geben.

Streitpunkt zwischen mehreren Hausbesitzern und ihrer jeweiligen Versicherungsgesellschaft: Wer zahlt für das Befreien der Dächer von der bedrohlichen Schneelast, die sich aufgetürmt hatte? Was normalerweise von der Gebäudeversicherung gedeckt ist, um Schaden am Bauwerk zu verhindern, erweist sich im Fall des „Jahrhundertschnees 2020/2021“ als Streitfrage – unter anderem, was die Höhe der Kosten angeht. In den Wochen des „Jahrhundertschnees“ kletterten die Preise für professionelle Schneeräumung nämlich auf ungeahnte Höhen. Stundensätze bis 120 Euro waren keine Seltenheit.

Betroffen sind unter anderen ein Hotel, ein Büro- und Ordinationsgebäude und eine Werkshalle im Lienzer Talboden. Der Knackpunkt: Wegen der enormen Schneemassen im Dezember und Jänner waren alle einschlägigen Firmen ausgebucht. Der Hotelier musste mit seinem Team deshalb selbst aufs Dach. Vier Mann waren drei Wochen täglich im Einsatz, sagt der Hotelier. Der Betrieb musste einstweilen geschlossen werden, da Wirt, Koch und Kellner anderweitig beschäftigt waren.


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