Innsbrucker Polizei konnte zwei falsche „Kollegen“ festnehmen

Zwei Betrüger wollten einem Innsbrucker das Ersparte abnehmen. Ohne Erfolg. Unmittelbar vor der Geldübergabe rief der 77-Jährige bei der echten Polizei an. Wenig später trugen zwei Kosovaren Handschellen.

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Bei einem Einsatz am frühen Montagabend konnten Polizeistreifen zwei angebliche Betrüger festnehmen.
© Symbolfoto: Rachlé

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Der Trick ist alt, funktioniert aber immer wieder und endet selten in Haft. Doch jetzt konnten Polizeibeamte zwei falsche „Kollegen“ festnehmen, die einem 77-jährigen Innsbrucker das Ersparte abnehmen wollten. Der Pensionist wäre beinahe zum Opfer geworden. Unmittelbar vor der Geldübergabe wurde der Mann aber doch misstrauisch und rief bei der echten Polizei an. Wenig später trugen zwei Kosovaren Handschellen.

Es war am Montag gegen zehn Uhr, als der 77-Jährige den Anruf vom vermeintlichen Kriminalbeamten erhielt. Der falsche Polizist warnte den Innsbrucker vor einem angeblich bevorstehenden Einbruch. „Der Täter gab an, dass bei festgenommenen Einbrechern eine Liste entdeckt worden sei, auf der sich der Name des Opfers befinden würde“, beschreibt Christoph Kirchmair, Leiter der Innsbrucker Kripo, die Vorgangsweise: „Der Betrüger horchte den Pensionisten aber auch über dessen Vermögensverhältnisse aus.“ Zuletzt riet er dem Innsbrucker, sein Erspartes zur eigenen Sicherheit bei der Bank zu beheben. Weiters appellierte der Anrufer, keinesfalls die Polizei zu verständigen, da dies eine verdeckte Ermittlung sei.

Zunächst glaubte der Innsbrucker dem falschen Polizisten. Wenig später suchte der Pensionist tatsächlich die Bank auf und hob einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag von seinem Konto ab. Doch dann übertrieb es der falsche Ermittler: Bei einem weiteren Anruf ließ er sich vom 77-Jährigen die Seriennummern der Geldscheine durchgeben. „Wenig später teilte er dem Opfer mit, dass es sich um Falschgeld handeln würde“, heißt es im Polizeibericht. Ein weiterer Kriminalbeamter sei bereits unterwegs, um die Fälschungen abzuholen.

Das war der Zeitpunkt, zu dem der Pensionist misstrauisch wurde. Noch vor der geplanten Übergabe in den frühen Abendstunden rief der Mann bei der echten Polizei an. Dort durchschauten die Beamten sofort, dass Betrüger am Werk waren. Mehrere Polizeistreifen machten sich auf den Weg zum Wohnort des Innsbruckers. Dort konnten die Beamten zwei Kosovaren – 49 bzw. 50 Jahre alt – festnehmen. Jetzt wird auch überprüft, ob die Verdächtigen für weitere Betrügereien verantwortlich sind. Schaden ist dem Tiroler keiner entstanden.

In dem Zusammenhang warnt die Innsbrucker Polizei davor, vertrauliche Informationen telefonisch an Unbekannte weiterzugeben, auch wenn diese sich als Polizisten, Staatsanwälte, Finanzbeamte etc. ausgeben: „Die Polizei wird Sie nie telefonisch auffordern, Geld vom Konto abzuheben, zu überweisen oder Schmuck herauszugeben.“ Weiters könne auch die im Telefondisplay aufscheinende Rufnummer falsch sein. Wenn angebliche Polizisten anrufen, sollte man diese auf deren Dienststelle zurückrufen.


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