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Analyse

TT-Analyse zu Après-Ski: Ausgelassen feiern in Zeiten voller Spitäler

Après-Ski ist ein Reizwort dieser Corona-Pandemie. Mit dem Corona-Ausbruch in Ischgl gingen die Bilder von überfüllten Lokalen, in denen hemmungslos gefeiert wurde, um die Welt. Trinkspiele sorgten für eine Explosion bei den Infektionen und im Nachhinein für viel Kopfschütteln. Abstand hieß das Zauberwort der Pandemiebekämpfung, in den überfüllten Bars bahnten sich Kellner mit Trillerpfeifen ihren Weg, so dicht an dicht stand das Publikum.

War man bereit, solche Exzesse davor noch mit einem Schulterzucken abzutun, fehlte danach angesichts unzähliger Toter, überfüllter Intensivstationen und persönlicher Einschränkungen jegliches Verständnis für das Partytreiben in den Skigebieten. Auch die Politik schoss sich schnell auf das Thema ein und forderte klare Regeln. Durchaus bemerkenswert ist es, dass die Kritik an einer mangelnden Umsetzung dieser Ankündigung ausgerechnet aus einer Après-Ski-Hochburg kommt: Ischgl.

Dort gibt es einen Richtungsstreit zwischen großen Après-Ski-Betreibern und solchen, die Après-Ski zwar nicht verbieten, aber in geordnete Bahnen lenken wollen. Man fordert einheitliche Regeln. Zu eng und zu laut sei es in den Lokalen – und es würde viel zu lange in die Nacht gefeiert, sagen Kritiker. Man will Après-Ski wieder zu dem machen, was es einmal war. Stattdessen gehe es weiter wie bisher, man steuere wieder dem gleichen „Schlamassel“ entgegen. Wobei auch Après-Ski-Betreiber beteuern, dass sie heuer besonders streng auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen achten werden – etwa mit Einlasskontrollen. Eine Verschärfung bei den Öffnungszeiten müsste aber wenn, dann schon für alle gelten.

Klar ist: Solange es eine Nachfrage nach diesen exzessiven Après-Ski-Partys gibt, wird es auch das Angebot dafür geben. Ob es in Zeiten voller Intensivstationen und hoher Infektionszahlen das richtige Signal ist, wieder zum ausgelassenen Feiern einzuladen, ist sicher mit Nein zu beantworten.

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