Plus

Impfzertifikate im Fokus: Ermittlungen gegen Landecker Apotheke

Nach angezeigten Unregelmäßigkeiten bei Covid-Impfungen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche einer Landecker Apotheke wegen Gefährdung und Urkundendelikts.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Im Laufe dieses Jahres schlugen bei der Tiroler Polizei 26 Fälle von Urkundenfälschung im Zusammenhang mit Covid-Tests oder Impfungen auf. (Symbolfoto)
© Falk

Innsbruck – Mittwochabend kam die Sache ins Rollen. Die Tirol Kliniken informierten die Öffentlichkeit darüber, dass „wegen einer möglichen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit“ eine Mitteilung an die Gesundheits- und Ermittlungsbehörden erging. Der Grund dafür: Ein Covid-Patient, der derzeit auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses Hall behandelt wird, hatte angegeben, dass es „im Tiroler Oberland bei Durchführung, Dokumentation oder Zertifizierung von Covid-Impfungen zu Unregelmäßigkeiten gekommen“ sei. Außerdem bestehe der Verdacht, dass dies nicht nur in diesem einen, sondern in gleich mehreren Fällen vorgekommen sei.

Im Zentrum der Vorwürfe steht eine Landecker Apotheke, in welcher falsche Zertifikate ausgestellt worden sein sollen. Deren Betreiber meinte jedoch gegenüber der TT, die Aufregung nicht zu verstehen. Schließlich habe er nur für Mitarbeiter und deren Angehörige vor einiger Zeit eine Impfaktion organisiert. Durchgeführt worden sei diese von einer Ärztin. „Auch kann ich mit Sicherheit ausschließen, dass ich gefälschte Impfzertifikate ausgestellt habe, weil ich als Apotheker gar nicht impfen darf“, erklärte der Apothekenbetreiber – für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Seit gestern ermittelt nämlich das Landeskriminalamt in der Sache. Eine erste Vernehmung wurde im Auftrag der Anklagebehörde bereits durchgeführt, wie Staatsanwalt Hansjörg Mayr der TT bestätigte. Mayr: „Die Staatsanwaltschaft wurde Mittwochabend von den Tirol Kliniken über den Verdacht informiert. Es besteht der Verdacht der unrichtigen Beurkundung, nämlich dass inhaltlich unrichtige Impfzertifikate ausgestellt wurden. Dabei könnte es sich auch um eine größere Zahl handeln. Wir nehmen derzeit daher auch den Verdacht der Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten an.“ Allein dafür drohen bis zu drei Jahre Haft.


Kommentieren


Schlagworte