Sorge um Weizen-Engpass: Basta mit der Pasta?

Italiens Nudelmacher schlagen Alarm, in Österreich gibt es aber Entwarnung vor dem Lockdown.

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Ein Lockdown ohne Linguine? Das droht Österreich zum Glück nicht, die Preise für Penne und Co. steigen aber.
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Von Anna Haselwanter

Innsbruck, Mailand – Barilla hat die Preise bereits erhöht. 30 Cent mehr kostet eine Packung des Nudelherstellers aktuell im Supermarkt. In Italien könnte sie aber nicht nur teurer, sondern sogar knapp werden, schlagen Nudelmacher Alarm. Der Grund dafür liegt (auch) in Kanada. Dort werden nämlich zwei Drittel des weltweiten Hartweizenstands hergestellt. Durch die extreme Hitze und Dürre in diesem Jahr fiel die Ernte aber um 50 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Das treibt den Preis: An der Börse war Hartweizen zuletzt so teuer wie seit 13 Jahren nicht.

Ein Lockdown ohne Linguine? Das droht Österreich zum Glück nicht. „Eine Versorgungsknappheit ist hierzulande nicht zu erwarten“, gibt Martin Terzer, Geschäftsführer des Tiroler Teigwarenherstellers Recheis Entwarnung. Der österreichische Nudelproduzent beziehe seinen Hartweizen ausschließlich aus Österreich. „Wir haben hier Vertragsbauern“, erklärt er auf Nachfrage der TT. Die Liefermengen seien vertraglich abgesichert, Probleme durch Ernteeinbußen habe es keine gegeben. Rechheis deckt etwa ein Drittel des österreichischen Nudel-Bedarfs. Aber: Nachdem „die Rohstoffpreise massiv an der Börse gestiegen sind, werden Nudeln insgesamt teurer“, sagt Terzer. Das werde der auch der Konsument zu spüren bekommen. Wie viel mehr seine Produkte kosten werden, entscheide der Handel selbst. Terzer geht aber davon aus, dass sich das regulieren wird, sobald sich die „Situation am Weltmarkt beruhigt“.

Wie Kanada werden aber auch die USA heuer einen Produktionsrückgang um etwa die Hälfte verzeichnen. Auch dort hat das schlechte Wetter zu geringeren Erträgen geführt. „Die Knappheit hat nichts mit der Pandemie, sondern mit dem Klimawandel zu tun“, sagt Terzer. Wie schnell sich die Situation beruhigt, ist also offen.

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