Lockdown-Entscheidung: Wegen Schule keinen Dissens riskiert

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Platter bezeichnet Regierungs-Auftritte als „katastrophal“.
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Pertisau – Noch bis Donnerstagnachmittag hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) einen Lockdown für alle kategorisch ausgeschlossen. „Und ich gebe offen zu, der generelle Lockdown ist eine sehr schwierige Entscheidung. Zugleich darf man allerdings keine sture Haltung einnehmen und muss danach uneingeschränkt dazu stehen“, erklärt Tirols LH Günther Platter (ÖVP) gegenüber der TT das „politische“ Dilemma. Schließlich würden die rigiden Ausgangsbeschränkungen auch die Geimpften treffen.

Auf die Frage, warum dann der Meinungsschwenk erfolgt sei, erklärt Platter: „Die Ärzte haben eindringlich auf die dramatische Situation in den Spitälern hingewiesen, neben den Intensiv- vor allem auf jene in den Normalstationen.“ Einen wichtigen Ausschlag habe dabei Klinikchef Günter Weiß gegeben, wie Platter offen erklärt. Weiß ist einer der wichtigsten Berater des Landeshauptmanns seit Ausbruch der Pandemie.

Lange, sagt Platter, habe man außerdem am Nein für eine Impfpflicht festgehalten und die Überzeugungsarbeit in den Vordergrund gestellt. „Aber es geht nicht anders. Schließlich müssen wird die Durchimpfungsrate erhöhen, sonst werden wir nie aus dem Teufelskreis der Corona-Wellen herauskommen.“ SPÖ und Grüne waren ursprünglich gegen die Impfpflicht, doch sie baute schlussendlich die Brücke für einen bundesweiten Lockdown.

Was die Schule betrifft, haben die Landeshauptleute eher auf Heimunterricht gedrängt. Platter: „Eine Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, aber Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) nahm in dieser Frage eine klare Position ein.“ Aufgrund der Diskussionen in den vergangenen Tagen innerhalb der Bundesregierung wollte man laut Platter unbedingt „einen Dissens“ in der Öffentlichkeit vermeiden. „Die Performance der Bundesregierung war zuletzt schließlich katastrophal. Wir wollen jetzt dieses negative Bild zurechtrücken.“

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Wichtig ist für den Tiroler Landeshauptmann jetzt die Perspektive: „In erster Linie geht es jetzt darum, die Spitäler zu entlasten und die Infektionszahlen in Tirol herunterzudrücken.“ Das werde dann natürlich auch dem Wintertourismus helfen. „Nur mit einer guten und stabilen Infektionslage schaffen wir eine gute Wintersaison.“ Er ist überzeugt, dass „uns das gelingen wird“. (pn)


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