BMW 2er Coupé: Reduziert und viel gewonnen

BMWs neues 2er Coupé fährt mit sportlichen Genen auf – frisch aus dem Arsenal der größeren 4er-Baureihe übernommen.

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Das neue 2er Coupé ist länger, breiter und flacher als der Vorgänger.
© BMW Group

Von Stefan Pabeschitz

München – Der 2er ist wohl eine der differenziertesten Baureihen der Bayern. Einerseits sind da Active- und Grand-Tourer, von BMW-Puristen vor allem wegen des Tabubruchs Vorderradantrieb kritisiert. Den hat auch das fesche Gran Coupé, der einzig wahre 2er ist für die Fans der Marke damit unverändert das Coupé. Dessen Neuauflage positioniert sich ein weiteres Mal in der Nische Spaß und gute Laune – vorerst mit einem Vierzylinder-Benziner zu 184 PS und einem Diesel mit 190 PS. Über diesen Versionen thront zum Marktstart im kommenden Jänner der M240i mit 374 PS aus dem ikonischen Reihen-Sechszylinder, kombiniert mit dem Allrad-Antrieb x-Drive.

Gemeinsam haben alle Varianten das neue Frontlayout mit Einzel-Rundscheinwerfern hinter Glas – eine Reminiszenz an den Ahnen BMW 2002 von 1966, als dessen Erbe sich das 2er Coupé versteht – und die geschwungene Leuchten-Grafik im 3D-Look hinten. Gegenüber dem Vorgänger hat die Außenlänge um gut zehn Zentimeter zugelegt, der Radstand um fünf, die Breite um mehr als sechs. Sehr gelungen ist die Heckansicht, in der sich der niedrige Dachaufbau wie aus einem Guss über die muskulösen Schulterpartien abschwingt.

Als Vorbote stand die Topversion schon für Probefahrten bereit, um zu zeigen, was die neue Baureihe kann. Sie fährt dafür mit jeder Menge dynamischer Talente auf, die sie vom aktuellen 4er übernommen hat – ist sie doch genau genommen eine radstandverkürzte Variante des größeren Coupé-Bruders.

Im Detail heißt das etwa: Multilink-Achse mit fünf Querlenkern je Seite, hecklastig ausgelegter Allrad-Antrieb, Fahrwerk mit dynamischer Dämpferkennung, Achtgang-Automatik. Im M240i kommen dazu ein elektronisches M-Differential, M-Bremsanlage hinter 19-Zoll-Felgen und der Allradantrieb. Aus der Aufpreisliste empfiehlt sich eventuell noch das adaptive Sportfahrwerk samt variabler Sport-Lenkung.

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Schon in der Grundauslegung gibt sich das Bayern-Coupé so knackig wie andere erst im Sportmodus. Dennoch belassen es die in den Blenden versteckten Auspuffrohre stets eher bei Säusel-Sound – mehr als ein dezent-verhaltenes Grummeln gestatten die aktuellen Lautstärke-Limits auch nicht mehr. Drinnen gibt es ersatzweise Kunst-Motorklang, immerhin wieder ein wenig besser als bisher. Ausgewogene Fahrzeugbalance, spürbar hecklastiger Allradantrieb und natürlich der vollmundige 3-Liter-Motor mit 374 PS machen den M240i zu einer der heißesten Empfehlungen für alle, die ein Auto noch nicht als Internetanschluss mit vier Rädern verstehen, sondern echtes Fahren schätzen. Der aufgeladene Reihen-Sechszylinder packt über das gesamte Drehzahlband willig Leistung aus, der Antriebsstrang verteilt die Kraft dynamisch zwischen den beiden Achsen, die sehr direkte und präzise Lenkung passt vorbildlich zur strammen Gesamtabstimmung. Noch mehr Spaß macht das Ganze bei Echtzeit-Bedienung der Automatik über die Schaltwippen. Nicht zuletzt wird die hohe Leistung – der neue M240i bietet bereits mehr Pferde auf als der erste M2 der vorigen Baureihe – über das Sportdifferential an der Hinterachse perfekt orchestriert: souveräner Grip, ausreizbar bis hin zum gepflegten Driftwinkel, sobald das ESP karenziert ist.

Einige der M-Zutaten sind auch für die zivileren Motorvarianten optional wählbar. In jedem Fall bestätigt das neue 2er Coupé seine bisherige Position: ein sportliches Gerät mit hochagilem Handling und solider Leistung für jeden Tag. Der Fahrspaß ist im 220i ab 40.650 Euro zu haben, für etwa 2000 Euro mehr im Selbstzünder 220d. Die Preislistenspitze besetzt derzeit der M240i mit zwar beachtlichen, für das Komplettangebot aber tatsächlich nicht überzogenen 63.300 Euro.


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