71 Künstler vereint gegen Hass und für ein Miteinander

Ein gemeinsames Projekt als unübersehbares Zeichen gegen den Hass und für ein Miteinander: Durch eine Tiroler Initiative entstand ein verbindendes Gesamtkunstwerk.

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„No Hate“: An dem Projekt gegen den Hass in unserer Gesellschaft, das auf Initiative von Alexandra Rangger und Bernhard Witsch entstand, haben sich 71 Künstler beteiligt. Der auf den Kopf gestellte Schriftzug ist sieben Meter lang. Jeder Buchstabe wiegt rund hundert Kilo und muss mit Hilfe eines Kranwagens aufgestellt werden.
© Füreder

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Viele schwer wiegende Argumente gegen den offen zur Schau gestellten Hass in unserer Gesellschaft: Das Projekt „No hate“ – eine Initiative der beiden Tiroler Künstler Alexandra Rangger und Bernhard Witsch – will Worte und Zeichen setzen, die aufbauen. „Denn Hass bringt keine Verständigung, Hass zerstört“, sagen die Organisatoren, die 71 heimische und internationale Künstler eingeladen haben, mit ihnen ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Das Ergebnis ist ein sieben Meter langes und ein Meter hohes Kunstprojekt aus Metall mit insgesamt 69 verschiedenen, persönlichen Botschaften, die doch alle das eine meinen: „No hate“ – kein Hass.

„Mit dem Projekt haben wir bewiesen, dass viele Menschen mit verschiedenen Meinungen und unterschiedlichen Herangehensweisen etwas zusammenbringen können“, sagt Alexandra Rangger über das so entstandene „Gesamtkunstwerk“. Sie ortet ein fehlendes Bewusstsein für ein lösungsorientiertes, gemeinsames Voranbringen von Ideen. „Wir haben die Notwendigkeit gesehen, dieses Thema aufzugreifen. Wir beobachten diese Zeiten der großen Veränderungen und erinnern an das Potenzial von kreativen Netzwerken. Wir beziehen Position für das, was uns als Stärke vereint, stehen für ein Miteinander und plädieren gegen jede Form von Hass“, beschreiben Rangger und Witsch die Botschaft des Projektes.

Der Tiroler Bernhard Witsch überträgt die Botschaften der Künstler in einem aufwändigen Verfahren auf das Metall.
© Triendl

Die Idee dafür entstand bereits vor einem Jahr, im Jänner haben die beiden Tiroler viele ihrer Kollegen eingeladen, sich an dem Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen. Deren Beiträge hat Witsch in einem aufwändigen Verfahren mit dem Plasmaschneider auf die einzelnen Buchstaben übertragen. Vier Künstler haben das Metall selbst bearbeitet.

Es sind Motive mit Symbolkraft, kurze Botschaften, Wortkreationen, Feedbacks, die Musiker von ihrem Publikum bekommen haben, oder auch Abstraktes zum selbst Hineininterpretieren. Rangger: „Ein Würfel kann entweder ein Behälter sein, in den Hass hineingegeben wird, oder auch ein Zuhause, das Geborgenheit und Schutz bietet.“ Das fertige Werk zeigt den metallenen Schriftzug auf den Kopf gestellt: So wurde „Hate“ – der Hass – in das Gegenteil verwandelt.

Das Projekt soll demnächst auch in einem Buch vorgestellt werden, darin werden die Künstler und ihre Beiträge vorgestellt. Die Skulptur selbst soll langfristig und nachhaltig ihre Botschaft verbreiten, wie es heißt: „Das Gesamtkunstwerk soll an wechselnden Standorten im öffentlichen Raum präsentiert und möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden“, sagt Rangger.


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