Flugzeugabsturz überlebt: Maschine kollidierte im Ötztal mit Materialseilbahn

Zwei Schwerverletzte forderte Sonntagmittag ein Flugzeugabsturz im hintersten Ötztal. Vermutlich gab es eine Kollision mit dem Seil einer Materialseilbahn.

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Das Kleinflugzeug der beiden Deutschen kollidierte offenbar mit dem Seil der Materialseilbahn zum Ramolhaus.
© Zoom.Tirol

Von Alexander Paschinger

Obergurgl – Hätte nicht der Crash-Sensor des Flugzeuges angeschlagen und an seine Basis nach Frankreich gefunkt, wäre das Unglück kaum bekannt geworden. Denn die Unfallstelle befindet sich weitab von Siedlungen und Skigebieten. So aber wurde eine Rettungskette in Gang gesetzt und die zwei deutschen Insassen konnten schwer verletzt im Bereich des Ramolhauses zwischen dem Gurgler und dem Venter Tal geborgen werden. Der leichter verletzte Pilot wurde mit dem Alpin 2 in das Krankenhaus Zams geflogen, der schwer verletzte zweite Mann musste vom Rettungshubschrauber Martin 8 nach Innsbruck überstellt werden. „Eigentlich fast ein Wunder, wenn man bedenkt, dass beide Insassen lebend geborgen werden konnten“, meinte auch der stellvertretende Imster Bezirkskommandant der Polizei, Gert Pfeifer.

Die zwei Männer konnten schwer verletzt – aber lebend – geborgen werden.
© zoom.tirol

Es war gegen Mittag, als am gestrigen Sonntag in der Zentrale in Frankreich der Sensor über Satellit einen Unfall meldete. Die französischen Behörden informierten daraufhin die Austro Control, die österreichische Flugsicherung. Bald darauf war der Polizeihubschrauber Libelle ins hinterste Ötztal unterwegs, um Nachschau zu halten. Und tatsächlich wurde man an einer steilen Bergflanke zum Ramolhaus schnell fündig. Hubert Becksteiner, Pilot des Martin 8, befand sich gerade im Anflug auf den Hangar in Hochgurgl, als der Aufruf zur Bergung kam: „Wir sind sofort durchgestartet und waren fünf Minuten später vor Ort.“ Noch im Anflug wurde der Alpin 2 als weiterer Rettungshubschrauber angefordert. Die Taubergung gestaltete sich insoferne schwierig, als sie unter dem Seil der Materialseilbahn zum Ramolhaus durchgeführt werden musste. „Die Sichtverhältnisse waren allerdings sehr gut“, so der Pilot. Dieses Seil geriet gestern auch ins Zentrum der Ermittlungen der Unfallursache. „Vermutlich kollidierte das Flugzeug mit dem Tragseil“, meinte auch der stellvertretende Bezirkskommandant Pfeifer.

Erst gab es die Vermutung, dass es sich um Franzosen handeln würde, zumal die Meldung aus Frankreich kam. Die beiden Männer sind jedoch Deutsche – in Frankreich befindet sich nur die Zentrale der Crash-Sensoren.

Insgesamt hatten die beiden Männer offenbar gewaltiges Glück. Heli-Pilot Becksteiner schätzt, dass es in erster Linie auch das steile Gelände war, das den Aufprall dämmen konnte. Andererseits wurde aber auch verhindert, dass das Kleinflugzeug über einen Abhang weiter in die Tiefe stürzte.

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