Tirols Skigebiete frustriert: Stubaier Gletscher sperrt auf, Ischgl wartet ab

Skifahren wäre im Lockdown nun nach einer kurzfristigen Änderung der Verordnung eigentlich erlaubt, doch die meisten Tiroler Skigebiete haben ab Montag zugesperrt. Der Stubaier Gletscher will nun ab Dienstag doch wieder öffnen. Andere warten noch ab.

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Der Stubaier Gletscher will Skibetrieb am Dienstag wieder aufnehmen.
© TVB Stubai/Schönherr

Innsbruck ‒ Sinnbildlich für die große Lockdown-Verwirrung stehen die Vorgänge am Stubaier Gletscher. Nach mehrfachem Hin und Her entschied die Unternehmensführung am Montagvormittag, den Skibetrieb am Dienstag doch wieder aufzunehmen ‒ mit einem eingeschränktem Angebot. „In der derzeitigen Situation ist eine langfristige Planung sehr schwierig“, erklärt der Chef der Stubaier Gletscherbahnen Reinhard Klier. Man wolle aber den Einheimischen trotz allem eine Möglichkeit zum Skifahren bieten.

Auch in Kitzbühel heißt es "Piste frei" - sofern die Schneeverhältnisse es erlauben. In der Axamer Lizum wird der Skibetrieb am 3. Dezember mit einer Woche Verspätung der Betrieb aufnehmen.

Sölden und Co. sperren zu

„Ich kann nicht ständig teuflisch draufzahlen“, bringt es der Sölder Bergbahnen-Chef Jack Falkner auf den Punkt. Er sperrt seine Bergbahnen bis 13. Dezember wieder zu. „Jetzt hat es gerade richtig angezogen“, kritisiert er das lange Zögern der Regierung, „und wir müssen das Dilemma auslöffeln.“ So wie letzten Winter, als er gerade mal ein Prozent des normalen Umsatzes gemacht hat.

Die Verunsicherung unter den Skigebietsbetreibern war gestern groß. Bis zum späten Nachmittag dauerte es, bis die Lockdown-Verordnung veröffentlicht wurde und damit schwarz auf weiß zu lesen war, dass die Seilbahnen unter Einhaltung der 2G-Regel offen halten dürfen.

„Ich kann mich nur noch ärgern“, sagt Beate Rubatscher-Larcher, Geschäftsführerin des Pitztaler und Kaunertaler Gletschers. Während der Kaunertaler Gletscher fix zubleibt, wird man für den Pitztaler Gletscher die Verordnung noch einmal studieren und dann entscheiden: „Für Publikumsskilauf 2G, 3G bei Profisportlern, was ist mit Trainingsgruppen aus dem Osten mit Sputnik-Impfung und was mit Kindern?“, blickte sie auf ein Wirrwarr.

In Obergurgl blieben die Lifte am Montag ebenfalls stehen. „Wir werden sehen, was uns die Verordnung bringen wird“, sagt Werner Hanselitsch. Die Obergurgler schauen sich insbesondere die Möglichkeiten beim Take-away an. „Am Wollen scheitert es nicht“, sagt Hanselitsch, denn die letzten Tage Skibetrieb „waren super“.

Im Zillertal bleiben die Lifte vorerst geschlossen. Auf der Homepage des Hintertuxer Gletschers hieß es am Sonntagabend, dass der Skibetrieb aufgrund des Lockdowns voraussichtlich bis 13. Dezember eingestellt ist.

Ischgl entscheidet noch über Aufsperren

In Ischgl - wo in der vergangenen Saison die Lifte zur Gänze still standen - will man diese Woche eine Entscheidung treffen, sagte Silvrettaseilbahn AG-Vorstand Günther Zangerl. Am Arlberg war das weitere Vorgehen ebenso noch offen. (TT.com. dd, pascal)


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